Mittwoch, 27. Mai 2015

2015.05.27: Bildung

APA0409 II, XI 27.05.2015 14:52:06

 

Trotz Zentralmatura Business as usual bei der Reifeprüfung

Utl.: Keine großen Unterschiede zu bisherigen Maturaterminen - Oberösterreich mit den wenigsten Fünfern - Ländle-Mädchen Mathe-Risikogruppe - Zum Teil starke Unterschiede zwischen Schulen - GRAFIK

Oberstufe/Österreich/Zusammenfassung

Die Einführung der Zentralmatura hat die Resultate der schriftlichen Reifeprüfungen offenbar kaum geändert - zumindest was die Anzahl der "Nicht Genügend" betrifft. Das zeigt eine Zwischenauswertung des Bildungsministeriums: In Mathematik fielen rund zehn Prozent der Schüler durch, in Englisch waren es sechs und in Deutsch drei Prozent. In Oberösterreich gab es anteilsmäßig die wenigsten Fünfer.

Diese Resultate sind nicht wirklich überraschend: Oberösterreich schnitt etwa bei den Bildungsstandard-Erhebungen der vergangenen Jahre immer am besten ab. Und auch die Zahl der Fünfer hat sich kaum verschoben, wobei exakte Vergleiche mangels Daten nicht möglich sind: In früheren Jahren wurden lediglich die Noten in den Maturazeugnissen erhoben, die sich aus schriftlicher und mündlicher Matura gemeinsam zusammensetzten. Es wird aber davon ausgegangen, dass im Schnitt bei der schriftlichen Mathe-Matura rund zehn bis 15 Prozent der Schüler einen Fünfer kassierten.

Die Zwischenauswertung beruht auf einer Rücklaufquote von rund 96 Prozent. Noch nicht einbezogen sind außerdem die Anfang nächster Woche stattfindenden neuen Kompensationsprüfungen, mit denen negative Noten ausgebessert werden können (anstatt wie bisher bei der mündlichen Matura durch einen "Zusatz", Anm.).

Zum Teil überraschend sind die Geschlechtsunterschiede: So verzeichneten zwar die Burschen (acht Prozent Fünfer) wie erwartet bessere Resultate in der Mathematik als Mädchen (13 Prozent), sie schnitten aber auch in Englisch etwas besser ab (vier Prozent Fünfer vs. sieben Prozent).

Nach Bundesländern betrachtet gab es die größten Unterschiede in der Mathematik: In Oberösterreich kassierten nur sechs Prozent der Maturanten ein "Nicht Genügend", in Vorarlberg dagegen 15 Prozent. Absolute Mathe-Risikogruppe sind die Mädchen im Ländle: Von ihnen fiel jede Fünfte durch. Auch in Englisch verzeichnete Oberösterreich die wenigsten Fünfer (drei Prozent). Die meisten "Nicht Genügend" lieferten hier die Burgenländer (zehn Prozent) ab. In Deutsch gab es kaum Unterschiede.

Auf erst 84 Prozent Rücklauf kommt eine erste Notenauswertung in Mathematik: Einser (zwölf Prozent) und Fünfer (zehn Prozent) hielten sich in etwa die Waage. Mit "Gut" wurde knapp ein Viertel (23 Prozent) der schriftlichen Mathe-Klausuren bewertet, mehr als ein Drittel (36 Prozent) bekam einen Dreier, knapp ein Fünftel (19 Prozent) ein "Genügend".

In manchen Bundesländern gab es offenbar eine stärkere Streuung der Ergebnisse als in anderen. Für die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) war es "recht offensichtlich, dass es neben einer großen Anzahl an Schulen bzw. Schulklassen mit nahezu nur positiven Noten, auch Schulen/Schulklassen mit schlechteren Ergebnissen gibt". Ihr oberösterreichisches Pendant Fritz Enzenhofer (ÖVP) verzeichnete dagegen auf den ersten Blick keine "echten Ausreißer".

"Sehr zufrieden" zeigte sich Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) mit den Ergebnissen. Große Änderungen bei den Aufgaben für das kommende Jahr hält sie nicht für notwendig. Bundesschulsprecher Lukas Faymann verlangte eine "gezielte Förderung der schwächeren Schulen mit zusätzlichen Mitteln". Außerdem müsse die Matura "noch schülerfreundlicher" gemacht werden.

(GRAFIK 0627-15, Format 88 x 106 mm)

(schluss) aku;nt;pm

APA0366 II, XI 27.05.2015 14:03:53

 

Matura: Oberösterreich ohne "echten Ausreißer"

Utl.: Enzenhofer: Direkter Schluss auf Lehrerleistung nicht möglich

Oberstufe/Österreich/Oberösterreich

Nicht wirklich überrascht zeigte sich der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer (ÖVP) über die guten Maturaresultate in seinem Bundesland. Diese seien aufgrund der Ergebnisse der Bildungsstandard-Erhebungen absehbar gewesen. "Echte Ausreißer" bei den Schulen habe es auf den ersten Blick nicht gegeben, so Enzenhofer zur APA.

Offenbar dürften die Unterschiede zwischen "guten" Schulen und solchen in "schwierigeren Gebieten" in Oberösterreich nicht signifikant gewesen sein, meinte Enzenhofer. Allerdings habe man die Ergebnisse noch nicht genau analysieren können. Gleichzeitig warnte er davor, rein aus den Matura-Ergebnissen auf die Leistung der Lehrer zu schließen. "Wir haben an einer Schule den Fall gehabt, dass zwei Maturaklassen mit dem gleichen Professor einmal gut und einmal eher schlecht abgeschnitten haben. Ein direkter Schluss ist da nicht möglich."

Nun gelte es, auf Basis der Daten die Resultate genau zu hinterfragen. "Für die Schulaufsicht ist das eine gute Möglichkeit, in die Tiefe zu gehen", so Enzenhofer. Ein Schulranking werde man aber sicher nicht erstellen. Auch die einzelnen Schulen würde er "schon aus Selbstschutz" davor warnen, mit vermeintlich guten Ergebnissen zu werben. "Jede Schule hat nur ihre eigenen Daten. Keine kann wissen, ob ihre Nachbarschule nicht noch besser war."

Eine Einschätzung, ob die Matura nun leicht oder schwer war, wollte Enzenhofer nicht abgeben. "Wenn es zu leicht war, war es aber für alle zu leicht." Er als Deutschlehrer habe sich etwa eine Deutsch-Angabe angesehen, wo eine Erörterung zu schreiben war: "Ich muss sagen: Wow, das war schon eine Herausforderung."

"Erleichtert" über die Matura-Resultate zeigten sich die Grünen. Zu denken geben würden aber "die zum Teil recht unterschiedlichen Ergebnisse zwischen Burschen und Mädchen, Bundesländern und einzelnen Schulen", so Bildungssprecher Harald Walser in einer Aussendung. Als Gegenmaßnahmen kann er sich eine "bessere Qualitätskontrolle des Unterrichts, verstärkte Weiterbildung der Lehrkräfte, aber auch eine Anpassung der Prüfungsformate vorstellen" - dabei müsse man aber aufpassen, dass der Unterricht sich nicht auf eine "reine Testvorbereitung" verenge.

(schluss) aku;cm;pm

OTS0096 II, XI 27.05.2015 11:44:30

 

Walser zu Zentralmatura: Insgesamt positive Gesamtbeurteilung

Utl.: Grüne warnen vor Entwicklung zu "reiner Testvorbereitung"

Bildung/Schule/Zentralmatura/Grüne

"Ich bin erleichtert und froh, dass die Ergebnisse der Zentralmatura im Großen und Ganzen den Erwartungen entsprechen, genaue Analysen sind jedoch noch notwendig", kommentiert Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, in einer ersten Einschätzung die Zwischenergebnisse: "Das Niveau der heurigen Zentralmatura ist mit den Ergebnissen der Matura in den letzten Jahren offensichtlich durchaus vergleichbar."

Zu denken geben Walser allerdings die zum Teil recht unterschiedlichen Ergebnisse zwischen Burschen und Mädchen, Bundesländern und einzelnen Schulen: "Das zeigt, dass es zum Teil stark schwankende Leistungen gibt. Wir müssen die Ursachen für diese Unterschiede analysieren und entsprechende Schritte setzen." Als Gegenmaßnahmen kann sich der Grüne eine bessere Qualitätskontrolle des Unterrichts, verstärkte Weiterbildung der Lehrkräfte, aber auch eine Anpassung der Prüfungsformate vorstellen: "Wir müssen aufpassen, dass die Entwicklung zum ,Teaching to the test' - also zur reinen Testvorbereitung gestoppt wird." Natürliche bestehe die Gefahr, dass zentral vorgegebene Testaufgaben den Unterricht verarmen und sich dieser nur noch auf Testvorbereitung beschränke: "Wer diese Gefahr kennt, kann ihr auch begegnen. Rückmeldungen aus den Schulen zeigen, dass viele Lehrkräfte diesbezüglich sehr skeptisch sind."

Walser verweist aber auch auf positive Nebeneffekte der Zentralmatura: "Die Zusammenarbeit der Lehrkräfte untereinander hat sich verstärkt. Zwischen SchülerInnen und LehrerInnen wurde eine neue Lernkultur eingeführt, da diese nun am gemeinsamen Ziel arbeiten."

Rückfragehinweis:
Grüner Klub im Parlament
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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
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