Dienstag, 26. Mai 2015

2015.05.27: Newsletter Bildung

Morgenjournal, 27.5.2015

Gute Noten für Zentralmatura

Regina Pöll

 

Es war eine lang vorbereitete und kritisch beäugte Premiere: die schriftliche Zentralmatura an allen Gymnasien, die Mitte Mai in den Hauptfächern zu Ende gegangen ist. Jetzt liegen dem Ö1-Morgenjournal die Ergebnisse exklusiv vor. Und die zeigen: Die 17.000 Maturantinnen und Maturanten an den AHS haben im Vergleich zu früheren Jahrgängen insgesamt eher gut abgeschnitten. Je nach Fach, Geschlecht und Bundesland gibt es aber zum Teil erhebliche Unterschiede.

Schlechte Werte in Mathematik

 

Die Maturantinnen und Maturanten können aufatmen: So schlimm, wie es manche bei der Premiere der Zentralmatura erwartet haben, ist es dann doch nicht gekommen. Im Gegenteil.
In Deutsch sind fast 97 Prozent der Schülerinnen und Schüler durchgekommen. Und in Englisch 94 Prozent. Den niedrigsten Wert gab es in Mathematik mit 89,5 Prozent. Immerhin deutlich mehr als bei der Probeklausur im Dezember mit rund 70 Prozent.
In Mathematik gab es aber auch diesmal den größten Unterschied nach Geschlecht. Von den Mädchen ist jedes achte durchgefallen, von den Burschen jeder dreizehnte. Und auch in Englisch waren die Mädchen im Österreich-Vergleich etwas schlechter, in Deutsch liegen sie dafür vorn. Nur nicht in Kärnten: Hier schafften die Burschen eine Erfolgsquote von 99 Prozent - der beste Wert nach Fächern und Bundesländern.
Die schlechtesten Mathematiker sind in Vorarlberg zu Hause, hier sind gut 15 Prozent an den neuen Aufgaben gescheitert, die auf Basiswissen und Verständnis abzielen. Kaum besser waren die Wiener mit 14 Prozent. Die meisten Probleme in Deutsch genauso wie in Englisch hatten die Burgenländer.

 

Vergleich fällt schwer

Die anderen Zentralmatura-Fächer werden erst ausgewertet - von Spanisch über Italienisch bis Altgriechisch. Auch die Aufschlüsselung nach Noten fehlt noch, das verlangt das Unterrichtsministerium von den Schulen erst in einigen Wochen, der laufende Matura-Betrieb soll nicht gestört werden.
Ein Vergleich mit früheren Jahrgängen fällt übrigens schwer. Denn bisher hat das Ministerium nicht alle Daten zur alten Matura aus den Ländern geliefert bekommen.
Wer diesmal, bei der neuen Matura, durchgefallen ist, kann sich den Fünfer bei der Kompensationsprüfung am 1. oder 2. Juni ausbessern. Die ist zwar mündlich, die Aufgaben werden aber so wie beim ersten, schriftlichen Termin zentral vom Bundesinstitut Bifie vorgegeben.

 

 

Morgenjournal, 27.5.2015

Taschner: Mangel an Mathematik-Kompetenz

Hubert Arnim-Ellissen

Die schlechtesten Mathematiker sind in Vorarlberg und in Wien zu Hause. Universitätsprofessor Rudolf Taschner meint, hier wurden Beispiele abgeprüft und keine Mathematik-Kompetenz.

Zur Person

Rudolf Taschner ist Universitätsprofessor an der Technischen Universität, hat aber auch an einem Gymnasium unterrichtet, um den Basiskontakt nicht zu verlieren und ist sowohl durch seine Bücher bekannt als auch durch das Engagement, im Museumsquartier in Wien die Mathematik allen näher zu bringen, die sich dafür interessieren.

 

 

 

APA0039 II, XI 27.05.2015 07:00:55

 

Matura: Rund zehn Prozent fielen schriftlich in Mathe durch

Utl.: Sechs Prozent mit Nicht Genügend in Englisch, drei Prozent in Deutsch - Burschen etwas besser - OÖ mit bestem Ergebnis - Vorarlberger am schlechtesten in Mathe, Burgenländer in Englisch - GRAFIK

Oberstufe/Österreich

10,5 Prozent der Schüler sind bei der Mathematik-Zentralmatura Anfang Mai durchgefallen. Das zeigt eine erste Auswertung des Bildungsministeriums der Ergebnisse der schriftlichen Klausuren. Sechs Prozent rasselten in Englisch durch, drei Prozent in Deutsch. Burschen erzielten insgesamt etwas bessere Ergebnisse. Am wenigsten Schüler fielen in Oberösterreich durch.

Die Zwischen-Auswertung beruht auf einer Rücklaufquote von rund 96 Prozent, die restlichen Resultate sind noch nicht rückgemeldet worden. Ebenfalls noch nicht einbezogen wurden die Anfang nächster Woche stattfindenden neuen Kompensationsprüfungen, mit denen negative Noten ausgebessert werden können. Auch die genaue Notenverteilung (also Einser, Zweier, Dreier oder Vierer) wird erst etwas später vorliegen und veröffentlicht.

Ein genauer Vergleich mit der "alten" Matura ist vorerst noch nicht möglich. In den früheren Jahren wurden lediglich die Noten in den Maturazeugnissen erhoben, die sich aus schriftlicher und mündlicher Matura gemeinsam zusammensetzten. Eine Art "Faustregel" besagte bisher, dass im Schnitt bei der schriftlichen Mathe-Matura rund zehn bis 15 Prozent der Schüler einen Fünfer kassierten - exakte statistische Daten dazu gibt es aber nicht.

Praktisch keine Geschlechterunterschiede gab es heuer im Fach Deutsch, wo drei Prozent der Mädchen und vier Prozent der Burschen scheiterten. Wie erwartet bessere Resultate verzeichneten die Burschen in Mathematik und - etwas überraschend - auch in Englisch. In Mathe haben acht Prozent der Burschen und 13 Prozent der Mädchen einen Fünfer bekommen, in Englisch vier Prozent der Burschen und sieben Prozent der Mädchen.

Nach Bundesländern betrachtet gab es die größten Unterschiede in der Mathematik: In Oberösterreich kassierten nur sechs Prozent ein Nicht Genügend, in Vorarlberg dagegen 15 Prozent. Am zweitschlechtesten schnitten die Maturanten in Salzburg und Wien ab (je 14 Prozent Fünfer), dann folgen fast gleichauf Burgenland, Tirol (je zehn Prozent), Kärnten und Niederösterreich (je neun Prozent) sowie die Steiermark (acht Prozent).

Auch in Englisch verzeichnete Oberösterreich die wenigsten Fünfer (drei Prozent). Die meisten Nicht Genügend lieferten hier die Burgenländer (zehn Prozent) ab, gefolgt von Kärnten, Steiermark, Salzburg und Tirol (je sieben Prozent), Wien (5,5 Prozent) sowie Niederösterreich und Vorarlberg (je fünf Prozent).

Praktisch keine Unterschiede gab es in Deutsch: Hier kamen in allen Bundesländern zwischen 96 und 98 Prozent der angetretenen Schüler durch.

Ein endgültiges Ergebnis der schriftlichen Matura liegt erst nach den neu eingeführten (mündlichen) Kompensationsprüfungen am 1. und 2. Juni vor. Bei diesen können sich Schüler negative Noten ausbessern. Dafür entfällt der bisher mögliche "Zusatz" bei der mündlichen Matura - mit diesem war bei der "alten" Reifeprüfung die Korrektur einer negativen schriftlichen Note möglich.

(GRAFIK 0627-15)

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Die Presse – 27. Mai 2015

 

 

Matura: Jeder zehnte Schüler fiel in Mathe durch

Bei der Zentralmatura erwies sich das Fach Mathematik als größter Stolperstein. Sechs Prozent wurden in Englisch mit "Nicht genügend" bewertet, drei Prozent in Deutsch.

10,5 Prozent der Schüler sind bei der Mathematik-Zentralmatura Anfang Mai durchgefallen. Das zeigt eine erste Auswertung des Bildungsministeriums der Ergebnisse der schriftlichen Klausuren. Sechs Prozent rasselten in Englisch durch, drei Prozent in Deutsch. Burschen erzielten insgesamt etwas bessere Ergebnisse. Am wenigsten Schüler fielen in Oberösterreich durch.

Die Zwischen-Auswertung beruht auf einer Rücklaufquote von rund 96 Prozent, die restlichen Resultate sind noch nicht rückgemeldet worden. Ebenfalls noch nicht einbezogen wurden die Anfang nächster Woche stattfindenden neuen Kompensationsprüfungen, mit denen negative Noten ausgebessert werden können. Auch die genaue Notenverteilung (also Einser, Zweier, Dreier oder Vierer) wird erst etwas später vorliegen und veröffentlicht.

Vergleich mit "alter" Matura noch nicht möglich

Ein genauer Vergleich mit der "alten" Matura ist vorerst noch nicht möglich. In den früheren Jahren wurden lediglich die Noten in den Maturazeugnissen erhoben, die sich aus schriftlicher und mündlicher Matura gemeinsam zusammensetzten. Eine Art "Faustregel" besagte bisher, dass im Schnitt bei der schriftlichen Mathe-Matura rund zehn bis 15 Prozent der Schüler einen Fünfer kassierten - exakte statistische Daten dazu gibt es aber nicht.

Praktisch keine Geschlechterunterschiede gab es heuer im Fach Deutsch, wo drei Prozent der Mädchen und vier Prozent der Burschen scheiterten. Wie erwartet bessere Resultate verzeichneten die Burschen in Mathematik und - etwas überraschend - auch in Englisch. In Mathe haben acht Prozent der Burschen und 13 Prozent der Mädchen einen Fünfer bekommen, in Englisch vier Prozent der Burschen und sieben Prozent der Mädchen.

Vorarlberger sind die schlechtesten Mathematiker

Nach Bundesländern betrachtet gab es die größten Unterschiede in der Mathematik: In Oberösterreich kassierten nur sechs Prozent ein Nicht Genügend, in Vorarlberg dagegen 15 Prozent. Am zweitschlechtesten schnitten die Maturanten in Salzburg und Wien ab (je 14 Prozent Fünfer), dann folgen fast gleichauf Burgenland, Tirol (je zehn Prozent), Kärnten und Niederösterreich (je neun Prozent) sowie die Steiermark (acht Prozent).

Auch in Englisch verzeichnete Oberösterreich die wenigsten Fünfer (drei Prozent). Die meisten Nicht Genügend lieferten hier die Burgenländer (zehn Prozent) ab, gefolgt von Kärnten, Steiermark, Salzburg und Tirol (je sieben Prozent), Wien (5,5 Prozent) sowie Niederösterreich und Vorarlberg (je fünf Prozent).

Endgültiges Ergebnis erst nach 2. Juni

Praktisch keine Unterschiede gab es in Deutsch: Hier kamen in allen Bundesländern zwischen 96 und 98 Prozent der angetretenen Schüler durch.

Ein endgültiges Ergebnis der schriftlichen Matura liegt erst nach den neu eingeführten (mündlichen) Kompensationsprüfungen am 1. und 2. Juni vor. Bei diesen können sich Schüler negative Noten ausbessern. Dafür entfällt der bisher mögliche "Zusatz" bei der mündlichen Matura - mit diesem war bei der "alten" Reifeprüfung die Korrektur einer negativen schriftlichen Note möglich.

 

 

Die Presse – 27. Mai 2015

 

 

Gesamtschule: Grüne warnen vor "Husch-pfusch"

Die Grünen freuen sich über die Vorarlberger Reformpläne, warnen jedoch vor „Husch-pfusch-Maßnahmen“.

Wien. Normalerweise machen ja die Grünen Druck, wenn es um die Gesamtschule geht. Nachdem sie ob der Vorarlberger Reformpläne („Die Presse“ hat berichtet) mittlerweile aber an die Umsetzung glauben, steigen sie ein bisschen auf die Bremse – und warnen vor „Husch-pfusch-Maßnahmen“. Denn diese „österreichische Schulreform“ müsse „penibel vorbereitet“ werden, sagte der grüne Bildungssprecher, Harald Walser, am Dienstag vor Journalisten.

In die richtige Richtung geht es aus Sicht der Grünen aber natürlich schon: Die Entscheidung in Vorarlberg, in den nächsten acht bis zehn Jahren eine gemeinsame Schule für die Zehn- bis 14-Jährigen einzuführen, wie am Freitag angekündigt wurde, „wird nicht mehr rückgängig zu machen sein“, sagte Walser. Diese Pläne der Vorarlberger hätten bestimmt auch Auswirkungen auf Bundesebene.

„Es braucht Klarheit“

Allerdings gelte es, Fehler, wie sie bei der Einführung der Neuen Mittelschule passiert seien, zu vermeiden. So brauche es gesetzliche Sicherheit: Ohne Klarheit darüber, was möglich sei und was nicht, könne kein Reformprozess beginnen. Konkret müssten einige gesetzliche Bestimmungen geändert werden – von der Festschreibung des differenzierten Schulsystems bis zum Lehrerdienstrecht.

Lob gab es von Walser für die ÖVP – allen voran für Vorarlbergs Landeschef, Markus Wallner. Auch Parteichef Reinhold Mitterlehner sei in Bildungsfragen offener, ebenso wie Lehrervertreter Paul Kimberger, der zuletzt im „Kurier“ wieder einmal betont hatte, kein Gegner der Gesamtschule zu sein.

Auch die SPÖ wittert übrigens ihre Chance: „Das ÖVP-Njet in Sachen gemeinsame Schule wird mittelfristig nicht zu halten sein“, meinte Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann in einer Aussendung.

 

 

Die Presse – 27. Mai 2015

 

 

Schule: Türkische Kinder haben es schwer

Die Unterstützung durch Eltern ist in Österreich für den Bildungserfolg entscheidend.

Wien. Kinder türkischer Einwanderer haben es in Österreich in puncto Bildung deutlich schwerer als in Frankreich oder in Schweden. Laut dem Sozialwissenschaftler Philipp Schnell liegt das daran, dass ihnen ihr Elternhaus durchschnittlich weniger Unterstützung bieten kann – dieser Support aber gerade in Österreich für den Bildungserfolg oftmals entscheidend ist.

Doch von vorn: Laut Daten aus der europäischen TIES-Studie über die Integration von Migranten der zweiten Generation erreichen in Wien nur sechs von zehn Kindern mit türkischen Wurzeln einen höheren Bildungsstand als ihre Eltern. In Paris sind es dagegen fast drei Viertel, in Schwedens Hauptstadt Stockholm sogar knapp neun von zehn (siehe Grafik rechts).

Die aktuelle Analyse – für die Schnell die Bildungsdaten mit einer Betrachtung der Rahmenbedingungen verknüpft hat – zeigt nun auch, welchen Einfluss das Bildungssystem hat. „Wesentlich ist die Intensität der Wechselwirkung zwischen den Strukturen des Schulsystems und familiären Ressourcen“, so der Autor in einer Aussendung. In Österreich wirkt sich etwa der relativ späte Eintritt in vorschulische Einrichtungen negativ auf die spätere Bildung der Kinder aus. Denn dadurch seien die Eltern länger allein für das Lernen ihrer Kinder verantwortlich. Gerade türkische Familien könnten aber oft die nötigen Ressourcen dafür nicht zur Verfügung stellen – was Bildung und sozioökonomischen Status angeht, rangieren sie oft auf niedrigem Niveau. Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Zeitspanne, die Kinder und Jugendliche an der Schule verbringen. Aufgrund des in Österreich nach wie vor verbreiteten halbtägigen Schulsystems ist dieser Zeitraum im Vergleich zu Frankreich und Schweden kürzer. Das erhöht wiederum die Bedeutung der Unterstützung am Nachmittag – und benachteiligt jene Kinder, deren Eltern dazu nicht in der Lage sind.

Problem frühe Schulwahl

Großen Einfluss auf den Bildungserfolg der Kinder hat auch der Zeitpunkt, zu dem über den weiteren Bildungsweg der Kinder entschieden wird. Dass diese Entscheidung in Österreich mit neun bzw. zehn Jahren – also vergleichsweise früh – getroffen wird, ist demnach problematisch. „Der Einfluss der Eltern und ihrer Bildungsgeschichte ist zu diesem Zeitpunkt noch sehr groß“, so Autor Philipp Schnell.

Die Analyse „Educational Mobility of Second-Generation Turks. Cross-National Perspectives“ (Philipp Schnell) wurde im Verlag Amsterdam University Press veröffentlicht.

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 120 vom 27.05.2015             Seite: 10

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Zweite Chance der Maturanten

 

   Heute wird bekannt, wie viele Maturanten die Zentralmatura bestanden haben. Die SN holten ein erstes Stimmungsbild aus den Bundesländern ein.

 

   ALexandra Parragh Salzburg, Wien. „Blöd gelaufen“, sagt Alain dazu, dass er den Vierer bei der Zentralmatura in Mathematik um gerade einmal zwei Punkte versäumt hat. Bereits vergangene Woche verrieten die Lehrer den Maturanten ihre Noten. Heute veröffentlicht nun das Bildungsministerium die Gesamtstatistik, wie die Zentralmatura österreichweit ausgefallen ist.

 

   Vergleiche mit früheren Matura-Ergebnissen lassen sich daraus aus mehreren Gründen aber keine ziehen. Erstens gab es bisher keine zentrale Erfassung der Resultate auf die schriftliche Maturaprüfung. Zweitens enthält die Auflistung, die das Bifie heute vorlegt, nur eine Aufstellung, wie viele Maturantinnen und Maturanten in den Bundesländern und in ganz Österreich die Matura positiv bestanden haben oder durchgefallen sind. Konkrete Noten werden (noch) nicht veröffentlicht. Schließlich haben Fünferkandidaten wie Alain die Chance, sich ihren „Fleck“ durch sogenannte Kompensationsprüfungen auszubessern. Diese finden am 1. und 2. Juni in ganz Österreich statt.

 

   Wie bei der schriftlichen Zentralmatura gibt das Bifie auch dabei die Fragen vor. Alain wurde von seiner Mathematiklehrerin bereits darüber informiert, dass er binnen einer halben Stunde fünf Beispiele zu lösen hat und die Ergebnisse dann einer Prüfungskommission präsentieren muss. Diese besteht aus dem Klassenlehrer, einem Beisitzer, dem Vorsitzenden der Maturakommission, dem Klassenvorstand sowie der Schuldirektorin.

 

   Das Antreten bei den Kompensationsprüfungen ist freiwillig. Wer sich dagegen entscheidet und etwa stattdessen für die mündliche Matura lernen will, muss beim nächsten Maturatermin im Herbst im betroffenen Fach noch einmal antreten. Das will sich Alain nicht antun. „Ich will in Ruhe auf unsere Maturareise fahren können, ohne mir Gedanken über die Schule machen zu müssen“, sagt er. Außerdem setze Alain darauf, bei der Kompensationsprüfung gut abzuschneiden. Schließlich werden dabei lediglich jene Aufgabenarten abgefragt, bei denen Mathe-Grundkenntnisse verlangt sind. „Ich habe mir meine Mathe-Matura angesehen und muss sagen, dass ich im Nachhinein viel mehr gewusst habe“, sagt er.

 

   In Alains Schule, dem Salzburger Christian-Doppler-Gymnasium, soll es insgesamt acht Fünfer auf die schriftliche Zentralmatura in Mathematik und einen in Englisch gegeben haben. Insgesamt soll die Zentralmatura in Salzburg durchwachsen ausgefallen sein. In Oberösterreich zeigt man sich hingegen zufrieden. Dort rechnet man mit weniger als den sieben bis neun Prozent Fünfern in Mathematik wie bisher. „Es gibt weniger Fünfer, aber auch weniger Einser“, heißt es vonseiten des niederösterreichischen Landesschulrats.

 

   Drei der Fünfer in Niederösterreich fallen auf das Militärgymnasium in Wiener Neustadt. Dort hatte ein Lehrer vier Mathe-Matura-Arbeiten manipuliert. Zwei davon hatte er mit einem Genügend anstelle eines Nicht genügend benotet, eine hatte die Schülerin unter seiner Anleitung „verbessert“. Der Lehrer wurde bereits suspendiert, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Jenem Vorarlberger Lehrer, der bei der Mathe-Matura Falsches als Richtiges gewertet hatte, droht ebenso ein Disziplinarverfahren.

 

   Alain hofft, dass er einen Einser auf die Kompensationsprüfung schafft. Dieser würde mit seinem Fünfer in der Gesamtbenotung zusammengezählt werden. Was einen Dreier in Mathe im Maturazeugnis ergeben würde.

 

 

SN – 27. Mai 2015

 

Zentralmatura: Rund zehn Prozent in Mathematik durchgefallen

Viel Lärm um nichts? Die Maturanten haben bei der heurigen Zentralmatura im Vergleich zu früheren Jahrgängen eher gut abgeschnitten.

Am wenigsten Schüler fielen in Oberösterreich durch.

10,5 Prozent der Schüler sind bei der Mathematik-Zentralmatura Anfang Mai durchgefallen. Das zeigt eine erste Auswertung des Bildungsministeriums der Ergebnisse der schriftlichen Klausuren. Sechs Prozent rasselten in Englisch durch, drei Prozent in Deutsch. Burschen erzielten insgesamt etwas bessere Ergebnisse. Am wenigsten Schüler fielen in Oberösterreich durch.

Die Zwischen-Auswertung beruht auf einer Rücklaufquote von rund 96 Prozent, die restlichen Resultate sind noch nicht rückgemeldet worden. Ebenfalls noch nicht einbezogen wurden die Anfang nächster Woche stattfindenden neuen Kompensationsprüfungen, mit denen negative Noten ausgebessert werden können. Auch die genaue Notenverteilung (also Einser, Zweier, Dreier oder Vierer) wird erst etwas später vorliegen und veröffentlicht.

Vergleiche zu früher noch schwierig

Ein genauer Vergleich mit der "alten" Matura ist vorerst noch nicht möglich. In den früheren Jahren wurden lediglich die Noten in den Maturazeugnissen erhoben, die sich aus schriftlicher und mündlicher Matura gemeinsam zusammensetzten. Eine Art "Faustregel" besagte bisher, dass im Schnitt bei der schriftlichen Mathe-Matura rund zehn bis 15 Prozent der Schüler einen Fünfer kassierten - exakte statistische Daten dazu gibt es aber nicht.

Praktisch keine Geschlechterunterschiede gab es heuer im Fach Deutsch, wo drei Prozent der Mädchen und vier Prozent der Burschen scheiterten. Wie erwartet bessere Resultate verzeichneten die Burschen in Mathematik und - etwas überraschend - auch in Englisch. In Mathe haben acht Prozent der Burschen und 13 Prozent der Mädchen einen Fünfer bekommen, in Englisch vier Prozent der Burschen und sieben Prozent der Mädchen.

Salzburger taten sich besonders schwer

Nach Bundesländern betrachtet gab es die größten Unterschiede in der Mathematik: In Oberösterreich kassierten nur sechs Prozent ein Nicht Genügend, in Vorarlberg dagegen 15 Prozent. Am zweitschlechtesten schnitten die Maturanten in Salzburg und Wien ab (je 14 Prozent Fünfer), dann folgen fast gleichauf Burgenland, Tirol (je zehn Prozent), Kärnten und Niederösterreich (je neun Prozent) sowie die Steiermark (acht Prozent).

Auch in Englisch verzeichnete Oberösterreich die wenigsten Fünfer (drei Prozent). Die meisten Nicht Genügend lieferten hier die Burgenländer (zehn Prozent) ab, gefolgt von Kärnten, Steiermark, Salzburg und Tirol (je sieben Prozent), Wien (5,5 Prozent) sowie Niederösterreich und Vorarlberg (je fünf Prozent).

Praktisch keine Unterschiede gab es in Deutsch: Hier kamen in allen Bundesländern zwischen 96 und 98 Prozent der angetretenen Schüler durch. Ein endgültiges Ergebnis der schriftlichen Matura liegt erst nach den neu eingeführten (mündlichen) Kompensationsprüfungen am 1. und 2. Juni vor. Bei diesen können sich Schüler negative Noten ausbessern. Dafür entfällt der bisher mögliche "Zusatz" bei der mündlichen Matura - mit diesem war bei der "alten" Reifeprüfung die Korrektur einer negativen schriftlichen Note möglich.

 

 

"Österreich" vom 27.05.2015                                   Seite 6

Ressort: Politik

 

Wien, Niederösterreich, Burgenland, CityNÖ, CityWien

 

Heute kommen Ergebnisse

 

Matura: Weniger Einser, weniger Fünfer

 

Neue Matura für Schüler & Heinisch glimpflich verlaufen

 

Das Bildungsministerium präsentiert heute das Ergebnis der ersten Zentralmatura.

 

Wien. Heuer feiern nicht nur die Schüler. Auch SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek wird nach den zahlreichen Pannen im vergangenen Jahr die Korken knallen lassen: Die erste flächendeckende Zentralmatura ist besser ausgefallen als die frühere Reifeprüfung.

 

Vielen Schülern reicht die positive Note

 

Die offiziellen Ergebnisse präsentiert das Bildungsministerium heute. Doch erste Tendenzen sind bereits durchgesickert: Es gibt weniger Nicht genügend als in den vorangegangenen Jahren. Allerdings ist auch die Zahl der Sehr gut gesunken. Das bestätigen AHS-Gewerkschafter Matthias Hofer, Bundesschulsprecher Lukas Faymann sowie die NÖ-Landesschulinspektorin Hermine Rögner gegenüber ÖSTERREICH.

 

Kompensationsprüfungen starten Anfang Juni

 

"Es trennt sich die Spreu vom Weizen", sagt Rögner. Einer der Gründe ist die Teilung der Mathematik-Reifeprüfung in Grundkompetenzen, die für eine positive Note reichen, und tiefer gehende Aufgaben, die viele Schüler nicht einmal mehr probiert haben.

 

Jene Schüler, die dennoch eine negative Note ausgefasst haben, können sich diese am 1. und 2. Juni mittels "Kompensationsprüfungen" ausbessern. D. Knob

 

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"Österreich" vom 27.05.2015                                   Seite 6

Ressort: Politik

 

Wien, Niederösterreich, Burgenland, CityNÖ, CityWien

 

In Schwerpunkt-Schulen fiel Matura deutlich schlechter aus

 

»Alternative« Schulen stürzen ab

 

Einige Schulen sind mit der neuen zentralen Reifeprüfung nicht zurechtgekommen.

 

Wien. In den meisten Schulen ist die Zentralmatura zwar besser ausgefallen als erwartet (s. o.). Einige Schulen hatten aber große Probleme und weisen überdurchschnittlich viele Nicht genügend auf. Dieser Trend ist sowohl in Wien als auch in Niederösterreich feststellbar. Schulen mit schlechten Matura-Ergebnissen sind vor allem solche mit besonderer Autonomie. So schnitt etwa die Rudolf-Steiner-Schule in Hietzing schlecht ab oder auch die Hegelgasse, die in der Oberstufe einen Kunst- Schwerpunkt anbietet. Auch in der Karajangasse, die einen Sportschwerpunkt bietet, hagelte es Fünfer.

 

NÖ-Landesschulinspektorin Rögner ortet noch einen anderen Grund: "Manchmal gibt es einfach Klassen, die insgesamt ein sehr niedriges Niveau haben."

 

 

"Kronen Zeitung" vom 27.05.2015                              Seite: 2

Ressort: Politik

 

Abend

 

Gesamtschule

 

   Vor einer „Husch-Pfusch“-Aktion bei der Gesamtschule warnte der grüne Bildungssprecher Harald Walser am Dienstag. Diese „österreichische Schulrevolution muss penibel vorbereitet werden“, sagte Walser. Damit könnten Fehler wie bei der Neuen Mittelschule (NMS) vermieden werden. Bei der ÖVP orten die Grünen in dieser Frage unterdessen deutlich mehr Beweglichkeit. Zudem erwarten die Grünen, dass die Lehrerausbildung mehr auf die aktuellen Anforderungen ausgerichtet wird.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 27.05.2015                             Seite: 22

Ressort: Lokal

 

Abend

 

Vier Schulen fielen bei Zentralmatura durch  AHS wusste von Mathe-Problem

 

Gymnasium sagte Noten-Fiasko voraus

 

ALEXANDRA HALOUSKA

 

Vier Schulen, vier Bezirke und viele Fünfer: Wie berichtet, sollen die Maturanten von vier Wiener AHS zig „Nicht genügend“ in Mathematik kassiert haben. Nachdem Eltern Alarm geschlagen haben, packt nun auch ein Insider aus: Eines der betroffenen Gymnasien soll das Noten-Fiasko bereits vor Monaten angekündigt haben.

 

   Nicht alle Maturanten dürfen sich über ihre Mathe-Noten freuen

 

   Am Mittwoch will das Ministerium erste Ergebnisse der Zentralmatura offiziell bekannt geben. Einige Schüler erhielten schon vorab die „Hiobsbotschaft“. Während es in Wien Musterschulen mit nahezu keinem „Fleck“ gibt, hagelte es an vier Standorten nur so „Nicht genügend“ – und das, obwohl die Noten bei der Zentralmatura ersten Einschätzungen zufolge sogar besser ausfielen als in den Jahren zuvor! Zu den Fünfer-Kandidaten gehören die AHS Anton-Krieger-Gasse (Liesing) und Karajangasse (Brigittenau), das Oberstufengymnasium Hegelgasse (Innere Stadt) und die Waldorfschule Rudolf Steiner (Hietzing).

 

   Ein Insider verrät nun gegenüber der „Krone“: „Eine der Schulen kündigte dem BIFIE vor einem Dreivierteljahr an, sie könne die Schüler in so kurzer Zeit nicht auf das Mathematik-Niveau bringen, weil der Schwerpunkt auf Sprachen liegt.“

 

   Sogar ein – extra bezahlter – Vorbereitungskurs konnte den Schülern am entscheidenden Tag nicht helfen. „Die meisten haben nicht einmal die Angaben bei den Beispielen verstanden!“, so der Insider weiter.

 

   Von 28 Schülern sollen nur zwei positiv sein. Resultat: Nach drei Stunden standen gleich mehrere Schüler auf und verließen das Klassenzimmer, einige von ihnen brachen in Tränen aus. Gerüchten zufolge sollen von 28 Maturanten lediglich zwei in Mathematik positiv sein. Sie können bei der Kompensationsprüfung am 1. und 2. Juni freiwillig noch einmal mündlich antreten.

 

   Stadtschulrat will den Einzelfall überprüfen. Wer die Schuld trägt, wird wohl das Thema der nächsten Wochen sein. Bis das Ministerium die Ergebnisse veröffentlicht, will der Stadtschulrat die Causa nicht kommentieren, erklärt aber: „Wir werden den Einzelfall prüfen und schauen, was man an den Schulstandorten besser machen kann.“

 

 

"Der Standard" vom 27.05.2015                                Seite: 7

Ressort: Inland

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

Zentralmatura 2016 mit anderer Reihenfolge

 

   Wien – Die Zentralmatura im kommenden Schuljahr geht von 9. bis 19. Mai 2016 über die Bühne – mit etwas veränderter Fächer-Reihenfolge. Mathematik (heuer am Anfang der zweiten Prüfungswoche) steht bereits am zweiten Prüfungstag auf dem Programm. Den Matura-Auftakt bildet wie bei der Premiere das Fach Deutsch am 9. Mai. Gleich am zweiten Tag (10. Mai) folgt Mathematik, dann kommen Englisch (11. Mai), Französisch (12. Mai) und Italienisch (13. Mai).

 

   2016 sind neben den AHS auch alle BHS von der standardisierten schriftlichen Reifeprüfung umfasst.

 

 

Der Standard – 27. Mai 2015

 

 

Gesamtschule: Grüne warnen vor "Husch-Pfusch"-Einführung

Die Reform muss penibel vorbereitet werden, sagt der Bildungssprecher Harald Walser

Wien - Die Grünen glauben mittlerweile an die Umsetzung einer Gesamtschule der Zehn- bis 14-Jährigen und warnen vor "Husch-Pfusch"-Maßnahmen. Diese "österreichische Schulrevolution" müsse penibel vorbereitet werden, sagte Bildungssprecher Harald Walser am Montag vor Journalisten. Bei der ÖVP ortet er hier mittlerweile mehr Flexibilität.

Die Entscheidung in Vorarlberg, in den nächsten acht bis zehn Jahren eine gemeinsame Schule einzuführen, "wird nicht mehr rückgängig zu machen sein", sagte Walser. Diese Pläne hätten bestimmt auch Auswirkungen auf Bundesebene. Für den Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) gab es dafür Lob und auch ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner sei in Bildungsfragen offener. Walser wies zudem darauf hin, dass sogar der Chef der ARGE Lehrer in der GÖD, Paul Kimberger, in der Tageszeitung "Kurier" einmal mehr betonte, "kein Gegner einer gemeinsamen Schule" zu sein.

Fehler der NMS vermeiden

Aus Sicht der Grünen fährt der Zug jedenfalls in die richtige Richtung. Allerdings gelte es Fehler, wie sie bei der Einführung der Neuen Mittelschule (NMS) passiert seien, zu vermeiden. Laut Walser müssen einige Gesetze, in denen etwa die Aufnahmeverfahren an AHS geregelt sind, geändert werden. Die Frage, ob der Bund, die Länder oder die Gemeinden als Schulerhalter fungieren, müsse man ebenfalls klären.

Schlussendlich brauche es auch dienstrechtliche Änderungen und die Einführung eines neuen "Lehrertypus" für die Sekundarstufe I (5. bis 8. Schulstufe). In der Lehrerausbildung müsse die Arbeit mit heterogenen Schülergruppen forciert werden, denn in der gemeinsamen Schule gelte es hochgradig personalisiert zu lernen, damit auch die hochbegabten Schüler mitgenommen werden, erklärte der frühere Schuldirektor.

 

 

Der Standard – 27. Mai 2015

 

 

Zentralmatura: Kompensationsprüfung für Durchgefallene

Am 1. und 2. Juni können sich jene, die bei der schriftlichen Matura einen Fünfer haben, ihre Note ausbessern

Wien - Mit den (mündlichen) Kompensationsprüfungen am 1. und 2. Juni geht die neue Matura in die nächste Runde. Jene Schüler, die auf die schriftliche Matura einen Fünfer bekommen haben, können damit ihre negative Note ausbessern. Die Aufgabenstellungen werden dabei bei Fächern mit Zentralmatura vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) vorgegeben, die Fragen stellt der Klassenlehrer.

Die österreichweit nur an diesen beiden Tagen stattfindenden Kompensationsprüfungen sind eine Neuerung: Bisher konnten negative schriftliche Noten bei der schriftlichen Matura mit einem "Zusatz" bei der mündlichen ausgebessert werden. Nun gehört die Kompensationsprüfung (trotz des mündlichen Ablegens) zur schriftlichen Reifeprüfung.

Freiwillige Prüfung

Das Antreten zu einer Kompensationsprüfung ist freiwillig: Wer sich dagegen entscheidet und etwa stattdessen für die mündliche Matura lernen will, muss sich den Fünfer mit einem neuerlichen Antreten bei der schriftlichen Reifeprüfung an einem der nächsten Termine ausbessern. Da ein Antritt zur Kompensationsprüfung aber nichts "kostet", also mit keinem Verlust eines Prüfungsantritts verbunden ist, rechnet man am Bifie damit, dass es nahezu alle Betroffenen zumindest versuchen.

Die Aufgaben bei der Kompensationsprüfungen umfassen die gleichen Stoffgebiete und die gleichen Kompetenzen, die schon Gegenstand der schriftlichen Matura waren. In den Fächern mit Zentralmatura (also Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Latein, Griechisch sowie den Volksgruppensprachen Ungarisch, Kroatisch und Slowenisch) werden sie vom Bifie erstellt, in allen anderen von den Prüfern an der Schule.

Prüfungskommission

Die Prüfungen enthalten mindestens zwei voneinander unabhängige Aufgaben und dauern bei einer Vorbereitungszeit von mindestens einer halben Stunde maximal 25 Minuten. Die Prüfungskommission besteht aus dem jeweiligen Klassenlehrer, einem Beisitzer, dem Vorsitzenden der Maturakommission, dem Klassenvorstand sowie dem Direktor.

Ein Schüler kann zu allen negativ beurteilten Klausuren Kompensationsprüfungen ablegen. Für die Gesamtnote in einem Fach zählen sowohl der Fünfer bei der schriftlichen Klausur als auch die Leistung bei der Kompensationsprüfung: Der Schüler kann also bestenfalls einen Dreier bekommen.

Die vom Bifie erstellten Aufgaben für die Kompensationsprüfungen kommen in elektronischer Form an die Schule. Die noch verschlüsselten Daten können im Vorfeld der Prüfung von den Direktoren heruntergeladen werden und werden dann per Passwort entschlüsselt. Anschließend werden sie am Schulstandort ausgedruckt und kopiert. Die Schulen erhalten jeweils einen "Datencontainer" für den ersten (1. Juni) und zweiten Prüfungstag (2. Juni).

Schule entscheidet Aufteilung

Die beiden Prüfungstage gliedern sich nicht nach Prüfungsfächern auf: Das Bifie liefert jeweils Aufgabenpakete für alle Fächer. Wie sich die Prüfungen aufteilen, ist Sache der jeweiligen Schule und davon abhängig, wieviele Schüler in den einzelnen Fächern antreten bzw. wie viele Prüfer verfügbar sind und sich die Prüfungen mit dem normalen Unterricht der Lehrer vereinbaren lassen.

Technisch stellt das Bifie etwa für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch 15 Aufgabenpakete bereit - sieben für den ersten und acht für den zweiten Tag. Jedes Paket kann dabei für drei Kandidaten verwendet werden (aufgrund der Vorbereitungs- und Prüfungszeiten sehen sich diese drei nicht, Anm.). Bei mehr als 21 Kandidaten müssen Parallelkommissionen gebildet werden.

Zur mündlichen Matura dürfen alle Kandidaten - unabhängig vom Ergebnis der Kompensationsprüfungen - antreten.

Ergebnisse am Mittwoch

Die ersten Resultate der heurigen Zentralmatura werden am Mittwoch veröffentlicht. Sie enthalten eine Aufstellung über positive bzw. negative Noten nach Geschlecht und Bundesland für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch. Darin noch nicht aufgelistet sind die konkreten Noten sowie die Ergebnisse der Kompensationsprüfungen. Die endgültigen Ergebnisse der schriftlichen Reifeprüfung werden daher erst nach diesen Prüfungen feststehen und bekannt gegeben.

Genaue Vergleichswerte zu den Vorjahren gibt es dabei nicht: Bisher wurden die schriftlichen Matura-Resultate aufgrund der unterschiedlichen Reifeprüfungen nicht zentral erfasst.

 

"Heute" vom 27.05.2015                                        Seite 4

Ressort: Politik

 

Von Uta Hauft

 

Heute Hauptausgabe, Heute Niederösterreich, Heute Oberösterreich

 

Ergebnisse ab heute online * Große Unterschiede zwischen den Schulen

 

Neue Matura: Resultate besser, aber einige Abstürze!

 

Heute stellt das Bildungsministerium das Gesamtergebnis der neuen Zentralmatura online. Erste Tendenzen zeigen, dass vor allem in Mathe Klassen sehr unterschiedlich abgeschnitten haben.

 

Zehn Tage nach der letzten Prüfung stehen ab heute alle Noten in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik fest. Sie sind, nach Bundesländern aufgeschlüsselt, auf der Website des Bildungsministeriums abruf bar. Bis gestern Abend wurde von den Lehrern noch ein Benotungs-Endspurt hingelegt: Am Nachmittag lag die Rücklaufquote erst bei 85 Prozent, erfuhr "Heute" aus dem Bildungsministerium.

 

Und es zeigten sich erste Tendenzen: "In Wien sind die Ergebnisse besser als früher", hieß es aus dem Stadtschulrat. Aber es gibt erstaunliche Unterschiede: "Guten Schulen mit exakt null oder nahezu keinem Fünfer stehen Schulen gegenüber, in denen es viele Nicht Genügend gibt - insbesonders in Mathe." Laut "Krone" hagelte es in vier Schulen (AHS Anton-Krieger-Gasse, Liesing; AHS Karajangasse, Brigittenau; Oberstufengymnasium Hegelgasse, City; und Waldorfschule Hietzing) Fünfer. Viele Schüler seien schon an den Angaben gescheitert.

 

Von Schul-Insidern erfuhr "Heute" außerdem, dass es an mehreren Schulen sogar klassenweise enorm unterschiedliche Ergebnisse geben soll - das sei ein Indiz für die "Qualität" der Lehrer.

 

Auch in Niederösterreich fielen die Ergebnisse von Schule zu Schule sehr unterschiedlich aus, sagte der für die AHS zuständige Landesschulinspektor Friedrich Losek. In Mathematik gebe es sogar einzelne Gymnasien, in denen kein einziger (!) Schüler negativ beurteilt wurde.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 27.05.2015                             Seite: 26

Ressort: Weststeier

 

Weststeiermark

 

„Die Matura ist nicht schlechter ausgefallen“

 

Das erste Mal mussten sich die Schülerinnen und Schüler des BG/BRG Köflach der Zentralmatura stellen. Mit durchaus guten Ergebnissen.

 

   CLEMENS TICAR

 

   Die schriftlichen Zentralmatura-Klausuren sind benotet. „Die Arbeiten sind sehr gut ausgefallen, wir sind sehr zufrieden“, sagt Gudrun Finder, Direktorin des BG/BRG Köflach. „Es gibt natürlich auch negative Arbeiten, aber nicht mehr als zuvor“, erklärt die Schulleiterin. Und weist auch daraufhin, dass die Mathematik-Matura nicht schlechter ausgefallen ist als die schriftlichen Arbeiten in den anderen Fächern.

 

   Finder kann gut nachvollziehen, dass die Schüler vor der schriftlichen Mathematik-Klausur Respekt hatten. „Gerade in diesem Fach war der Aufbau der Arbeit völlig neu.“ Fest steht, dass die Arbeiten jener Schüler, die sich für den naturwissenschaftlichen (Real-) Zweig, entschieden haben, deutlich besser sind als die Arbeiten jener vom sprachlichen. „Im Real-Gymnasium haben wir in Mathematik einen fantastischen Notenschnitt von 2,0“, freut sich Finder. Bei den Sprach-Klassen fällt auf, dass sich einige Schüler ausschließlich auf die Kernkompetenzen (Aufgaben des Typs I), konzentriert haben. „Das ist aber auch nicht neu. Früher wurden in diesen Klassen eben nur zwei von vier Beispielen gelöst, weil die Schüler wussten, dass sie damit positiv sind“, sagt Finder und kann nicht nachvollziehen, warum Schüler, die Mathematik intensiver erlernten, die gleiche Matura-Arbeit schreiben müssen wie Schüler, die den Sprachenzweig belegen.

 

   „Es gibt nicht mehr negative Arbeiten als in den vergangenen Jahren“, ist Finder mit dem Gesamtergebnis der ersten schriftlichen Zentralmatura in Köflach sehr zufrieden.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 27.05.2015                             Seite: 14

Ressort: Bundesland

 

BERND HECKE

 

Steiermark

 

AUFWECKER

 

Die Einser-Frage

 

   Hört man sich bei Direktoren an den steirischen Gymnasien um, zeichnet sich ab: Die Katastrophe um die schriftliche Zentralmatura ist ausgeblieben. Es gab keine Fleck-Orgien, an so mancher Schule haben die Maturanten sogar besser, zumindest aber ähnlich gut wie davor nach altem Modus abgeschnitten.

 

   Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek wird heute die bundesweite Statistik präsentieren und wohl von einem Erfolg sprechen. Die Lehrer hätten ihre Schützlinge gut betreut, die Schüler sich entsprechend vorbereitet, das umstrittene Bildungsinstitut „Bifie“ habe professionell gearbeitet. Nach all den Pannen hat nur eine diese Erfolgsstatistik noch nötiger als die Maturanten selbst: die Ministerin.

 

   Eine Kritik verstummt in Gesprächen mit Direktoren und Schülern trotzdem nicht: Warum man – ungeachtet unterschiedlicher Lehrpläne mit etwa unterschiedlich vielen Wochenstunden in Mathe – alle über einen Kamm schert. Ja, das ist immer noch eine echte Einser-Frage. Die Macher der Zentralmatura sind da bisher aber eine befriedigende Antwort schuldig geblieben.

 

   Sie erreichen den Autor unter

 

   bernd.hecke@kleinezeitung.at

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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