Montag, 1. Juni 2015

2015.06.01: Bildung

OTS0152 II, CI 01.06.2015 13:10:08

 

Heinisch-Hosek am Weltelterntag: Ganztägige Schulformen bringen mehr Chancen für Kinder und Eltern

Utl.: Bundesregierung investiert bis 2018/19 800 Mio. in den Ausbau ganztägiger Schulformen

Bildung/Eltern/Ganztagsschule

Die Bundesregierung investiert bis 2018/19 insgesamt 800 Millionen Euro in den Ausbau der ganztägigen Schulformen, bis dahin soll für jedes dritte Kind ein Platz zur Verfügung stehen. "Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nicht nur für vollerwerbstätige Eltern eine große Herausforderung. Der Ausbau ganztägiger Schulen, vor allem in der verschränkten Form, sichert ein qualitätsvolles Bildungs- und Betreuungsangebot, das es Kindern ermöglicht, ihr Potenzial voll auszuschöpfen und Eltern mehr Lebensqualität bietet", so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Weltelterntag.

Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer weist einmal mehr auf die Vorteile der verschränkten ganztägigen Schule hin. So gaben an verschränkten Ganztagsschulen signifikant weniger Eltern an, täglich mit ihren Kindern zu lernen bzw. für Nachhilfe zu bezahlen. "Auch für Eltern bedeutet mehr Schule mehr Chancen - sie wissen, dass ihre Kinder gut betreut sind und bei Fragen unterstützt werden. Dann bleibt zu Hause Zeit für gemeinsame Unternehmungen", so Heinisch-Hosek.

Das von der Regierung kürzlich beschlossene Paket für mehr Bewegung und Qualität ist Teil der Offensivmaßnahmen mit denen das bestehende Angebot für Kinder und Eltern noch weiter verbessert wird. Neben der täglichen Bewegungseinheit, werden Aufgaben und Ziele der Lernzeit sowie die Gestaltung der Freizeit als Teil der Lehrpläne präzisiert und verankert. Die Schulaufsicht stellt eine laufende Qualitätskontrolle sicher. "Ziel ist es, den Kindern in der Schule die bestmögliche Lernumgebung und Betreuung zu schaffen", so die Ministerin abschließend.

Rückfragehinweis:
BM für Bildung und Frauen
Mag.a Veronika Maria
Pressesprecherin
01-53120/5011
veronika.maria@bmbf.gv.at
www.bmbf.gv.at


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APA0279 5 II 0581 XI                                  Mo, 01.Jun 2015

 

Schule/Wien

 

Wiener Lesetest: Ergebnisse verbessern sich - GRAFIK

 

Utl.: Jeder achte Schüler in der schwächsten Kompetenzstufe - Knapp

      vier Prozent komplett ohne Textverständnis - 1.100 lösten alle

      Aufgaben - GRAFIK =

 

   Wien (APA) - Die Wiener Volksschüler der vierten Klasse haben ihre Leseleistungen gegenüber den Erhebungen der Vorjahre gesteigert. Das zeigt das Ergebnis des neu konzipierten Wiener Lesetests 2015. Allerdings erreichten noch immer zwölf Prozent der rund 14.800 getesteten Schüler nur die schwächste Kompetenzstufe (2013: 19 Prozent) - bei knapp vier Prozent wurde "keine messbare Lesekompetenz" festgestellt.

 

   Bis 2013 wurde der Lesetest vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) durchgeführt. Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (S) beendete im Vorjahr wegen "logistischer Schwierigkeiten und Fehlern bei der Auswertung" aber die Zusammenarbeit - 2014 gab es daher keine Ergebnisse. Seit heuer wird der Test von Ex-Bifie-Chef Günter Haider bzw. einem Team der Uni Salzburg durchgeführt.

 

   Wesentliche Unterschiede: Der 40-minütige Haupttest fand statt im Jänner im April statt - zu Jahresbeginn gab es dafür einen freiwilligen Vortest, bei dem sich die Schüler mit den Aufgabenformaten vertraut machen konnten. Anstatt vom Testinstitut wurden die Aufgaben anhand einer Schablone von den Lehrern selbst ausgewertet - diese wissen somit, welche Schüler welche Leseprobleme haben. Der Stadtschulrat erhielt die anonymisierten Schulergebnisse.

 

   Insgesamt wurden 15.279 Kinder an 267 Volksschulen getestet - ausgeschieden wurden die Ergebnisse jener rund 500 Kinder, die außerordentliche Schüler sind bzw. nach einem Sonderschul-Lehrplan unterrichtet werden. Von den restlichen 14.813 Kindern erreichten 553 (3,7 Prozent) nur zwischen null und elf der insgesamt 30 Punkte: "Bei denen müssen wir sagen: Sie verstehen die Inhalte nicht", so Brandsteidl bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

 

   Weitere 1.295 Schüler (8,7 Prozent) zeigten nur "teilweises Textverständnis" und fallen daher ebenfalls in die schwächste der drei Kompetenzstufen. 2.404 Kindern (16,2 Prozent) wurde "ausreichendes Textverständnis" attestiert, 10.561 Kindern (71,3 Prozent) "sicheres Textverständnis". In der letzten Gruppe sind auch jene 1.103 Kinder, die alle Aufgaben lösten und alle 30 Punkte erreichten.

 

   Von allen ausgewerteten Schülern gaben 57 Prozent an, daheim Deutsch zu sprechen. 43 Prozent nannte eine andere Sprache (primär Bosnisch-Kroatisch-Serbisch oder Türkisch). In der Gruppe der leseschwächsten Schüler haben rund zwei Drittel eine andere Muttersprache als Deutsch. Bei den leistungsstärksten Schülern mit 30 Punkten sprachen 84 Prozent daheim Deutsch.

 

   Weitere Detailergebnisse: Buben erzielten leicht bessere Resultate als Mädchen, Ganztagsvolksschulen bei Schulmittelwerten zwischen 20 und 25 Punkten um einen Punkt bessere Resultate. Und 22 Schüler erreichten keinen einzigen Punkt bei den Multiple-Choice-Aufgaben: "Null Punkte zusammenbringen ist nicht leicht, selbst wenn der Test auf Chinesisch wäre. Das könnten Testverweigerer sein", so Brandsteidl.

 

   Für die 553 Schüler praktisch ohne Textverständnis in der vierten Klasse Volksschule hatte Brandsteidl drei Erklärungsansätze: Diese könnten einerseits so schwach sein, dass sie ohnehin durchfallen. Andererseits könnten sie "an der Schwelle zum sonderpädagogischen Förderbedarf" stehen. Dritte Möglichkeit: "Man weiß es nicht - die waren zum Teil beim Vortest im mittleren Bereich und sind beim Haupttest abgestürzt." Haider führte als Erklärungsmöglichkeit an, dass diese Kinder den Übergang von der Alphabetisierung in den ersten beiden Volksschulklassen zum flüssigen Lesen und Textverständnis in der dritten und vierten Schulstufe nicht geschafft haben.

 

   Die Schulaufsicht müsse nun bei allen 553 Schülern eine genaue Einzelfallanalyse vornehmen, so Brandsteidl. Diese erhielten nun einen "Rucksack an Fördermaßnahmen". Unter anderem gebe es kostenlose Sommer-Leseförderkurse.

 

   Brandsteidl bekannte sich dazu, ein "Testjunkie" zu sein - "weil es die Kinder in der Folge brauchen, siehe Zentralmatura oder diverse Aufnahmeprüfungen an Fachhochschulen und Unis":"Die Zeit, wo die Gedächtnisübung abgesagt wurde, weil die Schüler die Testsituation stressen könnte, ist vorbei."

 

   (GRAFIK 656-15, Format 88 x 52 mm)

(Schluss) aku/cm/mk

 

 

 

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