Montag, 8. Juni 2015

2015.06.08: Bildung

 

APA0382 II, XI 08.06.2015 14:39:00

 

Bifie-Reform: Horschinegg sieht Zukunft von Bifie-Wien offen

Utl.: Formulierung im Bericht "lässt verschiedene Dinge zu" - Grüne: Vorschläge spät, aber richtig

Oberstufe/Forschung/Wien/Österreich

Trotz des Vorschlags der Lenkungsgruppe zur Reform des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie), die Zentralmatura-Agenden an das Bildungsministerium zu transferieren, sieht der Leiter des Bifie-Wien, Jürgen Horschinegg, die Zukunft seines Instituts offen. Der Bericht spreche lediglich von einer "neu zu schaffenden Organisationseinheit, die direkt dem BMBF untersteht".

"Diese Formulierung lässt verschiedene Dinge zu. Da gibt es sicher zwei, drei, vier Varianten, wie man das denken kann", erklärte Horschinegg der APA. Man werde nun an dem vor allem für die Durchführung der Matura zuständigen Standort Szenarien erarbeiten, "die aus unserer Sicht, vor dem Hintergrund unserer Erfahrung und Expertise wichtig, richtig und vernünftig sind". Auf Grundlage dessen möchte Horschinegg Gespräche mit dem Ministerium führen.

Sowohl am Standort Wien als auch am für Bildungsstandards und internationale Leistungsstudien wie PISA zuständigen Standort Salzburg wurden die Mitarbeiter heute, Montag, Vormittag über die Empfehlungen informiert. Für Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ist klar, dass "das hoch spezialisierte Personal auf jeden Fall" gebraucht werde. Vorzeitige Vertragsauflösungen werde es nicht geben, erklärte sie bei einer Pressekonferenz.

Die eigentlich mit 30. Juni auslaufenden Verträge der beiden interimistisch tätigen Direktoren - neben Horschinegg führt Claudia Schreiner den Standort in Salzburg - sollen bis zur Findung eines neuen Bifie-Leiters bestehen bleiben. Das sei vertraglich so festgelegt, erklärte Heinisch-Hosek. Er rechne momentan jedenfalls damit, in nächster Zeit eine Vertragsergänzung vorgelegt zu bekommen, so Horschinegg.

Für den Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser, kommen die Vorschläge zur Bifie-Neuausrichtung zwar spät, gehen aber "in die richtige Richtung". Mit der Abtrennung der Zentralmatura und der Wiedereingliederung in den Verantwortungsbereich des Bildungsministeriums sei eine Grüne Kernforderung erfüllt, so Walser in einer Aussendung. Auch die "versprochene Abkehr von der rot-schwarzen Proporzbesetzung des Direktoriums und die Bestellung durch eine unabhängige Kommission sind schon längst fällige Schritte".

(schluss) nt;aku;jul

OTS0159 CI, II 08.06.2015 14:16:12

 

FP-Matiasek: Verpflichtendes Kindergartenjahr für alle Vierjährigen ist falscher Ansatz

Utl.: Ursachen für Sprachdefizite müssen endlich erfasst und behoben werden

Matiasek/FPÖ/Kindergarten/Pflicht/Sprache

Natürlich gehören Sprachdefizite bei Kindern möglichst früh behoben, aber ein weiteres verpflichtendes Kindergartenjahr für alle sei der falsche Weg, so Wiens FPÖ-Stadträtin Veronika Matiasek. Massive Sprachdefizite aber auch andere Kompetenzmängel vieler Kinder haben zum verpflichtenden Besuch des Kindergartens ein Jahr vor Schuleintritt geführt. Der Ruf nach einem weiteren verpflichtenden Jahr, nunmehr für Vierjährige, zeige, dass der erste Schritt nicht die erwünschten Erfolge gebracht hat.

"Die Zuwanderungs-, Integrations-, Bildungs- und Familienpolitik versagt seit Jahren sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene. Es gibt keine Ansätze, das Problem selbst, nämlich die mangelnde Integration vieler Zuwanderer, zu beheben, statt dessen wird das politische Versagen von Rot, Schwarz und Grün auf die Allgemeinheit übertragen und das ohne jede Erfolgsgarantie", kritisiert Matiasek. Würde dieses Modell nicht funktionieren, was zu erwarten ist, käme dann der nächste Schritt in Form der Kindergartenpflicht für Dreijährige. Der Kindergarten sei eine wertvolle pädagogische Einrichtung und die Kinderbetreuung vor der Schule sei für viele Familien notwendig, daher müsse jedes Kind einen Betreuungsplatz haben, wenn der Besuch von der Familie gewünscht ist, stellt Matiasek klar. Die Zwangsbeglückung sei jedoch der falsche Weg, vor allem auch für diejenigen Kinder, die mit vier Jahren noch nicht für einen regelmäßigen Kindergartenbesuch geeignet sind.

Die Sprache rechtzeitig und ausreichend zu erlernen ist zweifelsohne ein wichtiger Schritt für die Zukunft der Kinder und eine funktionierende Bildungspolitik. Aber selbst eine zweijährige Kindergartenpflicht werde die bestehenden Defizite nicht ausgleichen können. Es sei daher weder sinnvoll noch fair aber auch voll gegen die Wahlfreiheit der Familien, zu der sich die FPÖ klar bekennt, wenn politische Fehler und Versäumnisse auf dem Rücken aller ausgetragen würden. Für Kinder, die über ausreichende altersgemäße Kompetenzen verfügen, sei ein verpflichtender Kindergartengartenbesuch überhaupt nicht in Erwägung zu ziehen.

Ein verpflichtendes Vorschuljahr mit gezieltem, altersgemäßem Unterricht sowie Deutsch-Klassen vor dem Eintritt in den Regelunterricht wären jedenfalls wesentlich zielführender als der Vorschlag der Familienministerin, unterstreicht Matiasek die freiheitlichen Forderungen. (Schluss)

Rückfragehinweis:
FPÖ Wien
01/4000 81 635


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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
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Tel.: 01/40110-3945

 

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