Mittwoch, 17. Juni 2015

2015.06.18: Newsletter Bildung

Die Presse – 18. Juni 2015

 

 

Gläserne Decke: Wenige Frauen in Schülervertretung

Vom Job des Schulsprechers an sind Frauen unterrepräsentiert. Rote Schülervertreter fordern eine Frauenquote - und getrennten Unterricht.

Obwohl es an AHS-Oberstufen und BMHS mehr Schülerinnen als Schüler gibt, sind die Frauen in den Schülervertretungen unterrepräsentiert. Und: Je höher die Vertretungsebene, desto geringer ist der Frauenanteil. Das zeigt eine Erhebung, die die SPÖ-nahe Aktion Kritischer SchülerInnen am Mittwoch präsentiert hat. Sie haben dafür Daten von 215 Schulen analysiert.

Das Ganze beginnt bereits bei den Kandidaturen: Obwohl rund 55 Prozent der Schüler dieser Schulen Frauen sind, sind nur 44 Prozent der Bewerber für das Schulsprecheramt weiblich. Bei den Schulsprechern sind es nur noch 39 Prozent – deren Stellvertreter sind zu einem etwas höheren Prozentsatz Frauen (47 bzw. 48 Prozent).

Wenige Frauen in der BSV

Besonders krass ist das Verhältnis aber dann in der Bundesschülervertretung, die aus – von den Schulsprechern unter Schulsprechern und deren Stellvertretern gewählten – Vertretern jedes Schultyps (AHS, BMHS, Berufsschule) je Bundesland besteht: Nur sechs von 28 Mandaten werden hier von einer Frau gehalten. Das sind rund 21 Prozent.

Für die Bundesschulen gesprochen hat in den vergangenen zehn Jahren überhaupt nur drei Mal eine Frau. Derzeit ist der Bundesschulsprecher der Burgenländer Lukas Faymann von der ÖVP-nahen Schülerunion (siehe Foto). Im Herbst wird für das kommende Schuljahr neu gewählt.

AKS fordert Frauenquote

Für die roten Schülervertreter zeigen die Ergebnisse, dass die „gläserne Decke" bereits auf Schülervertretungsebene existiere. Es bestehe eine größere Hemmschwelle, zu kandidieren. Die AKS hält dafür anerzogene Verhaltensweisen für verantwortlich, ebenso wie zu wenige Vorbilder und die Tatsache, dass Frauen die nötigen Kompetenzen oft nicht zugesprochen würden.

Laut AKS sollten bei den Listen, die Personen für die Wahl der Landesschülervertretung aufstellen – die letztlich dann die Bundesvertretung darstellen -, jeweils 50 Prozent Frauen verpflichtend sein. Außerdem fordern sie, die „reflexive Koedukation" verstärkt anzuwenden. Das bedeutet auch, teilweise den Unterricht nach Geschlechtern getrennt durchzuführen.

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen