Dienstag, 23. Juni 2015

2015.06.23: Bildung

APA0354 II, CI, XI 23.06.2015 13:55:30

 

Sexualerziehung: Lehrern fehlt enge Kooperation mit Eltern

Utl.: Kimberger: "Auch Schutzmaßnahme für Lehrer" - Katholischer Familienverband vermisst die Liebe

Schule/Lehrende/Sexualität/Österreich

Der Lehrer-Gewerkschaft fehlt im neuen Grundsatzerlass zur Sexualpädagogik die Festschreibung einer engen Kooperation zwischen Schule und Eltern. "Das ist mir im Erlass zu wenig abgebildet", so der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der GÖD, Paul Kimberger (FCG), zur APA. Für die Pädagogen wäre dies auch eine "Schutzmaßnahme".

"Es wird zwar gesprochen von Informationen an die Eltern - dieser sensible Bereich kann aber nur mit engster Kooperation gelingen", betonte Kimberger. "Für die Lehrer ist das auch eine Schutzmaßnahme, weil das so ein heikler Bereich ist mit Ansichten über die ganze Bandbreite, der noch dazu Brisanz bekommt durch unterschiedliche Kulturen und Religionen." Die Lehrer dürften dabei nicht Schwierigkeiten ausgesetzt werden. Er habe aber großes Vertrauen in die Pädagogen, die schon bisher das Thema "in eine guten Art und Weise behandelt" hätten: "Daran wird sich nix ändern."

In einem Punkt sei der Erlass außerdem "nicht modern und zeitgemäß genug", meinte Kimberger: Die Frage der Digitalisierung mit Themen wie Pornografie im Internet, Social Networks, eng verbunden mit Mobbing und Internetkriminalität, fehle. "Das ist ein Problem, das vom Gesetzgeber angegangen werden muss." Dieses Thema spiele zwar bei der Sexualerziehung nur am Rande herein, werde die Schule in den nächsten Jahren aber noch stärker beschäftigen als derzeit ohnehin schon. "Da hätte ich mir eine Grundlage gewünscht, weil das können weder Eltern noch Lehrer allein unter Kontrolle halten."

Der Katholische Familienverband anerkennt zwar die stärkere Einbeziehung der Eltern gegenüber dem Entwurf. Bedenklich sei aber auch die fehlende Wertorientierung: "Liebe, Verantwortung und Familie sind - wenn es um Sexualpädagogik geht - nicht die einzigen, aber doch zentrale Werte. Verantwortlichkeit verkommt in dem Erlass zur Beliebigkeit", wiederholte der Verband seine Stellungnahme zum Entwurf. "'Liebe' und 'Familie' als Begriffe kommen nach wie vor nicht vor, das ist falsch", so Präsident Alfred Trendl in einer Aussendung.

Auch die ÖVP besteht auf eine Einbindung der Eltern "in jeder Phase": "Sexualerziehung ist und bleibt ein primäres Elternrecht, das nicht beschnitten werden darf. Daher gehen wir davon aus, dass Unterrichtsmittel und -inhalte den Eltern zeitgerecht vorgestellt und ausreichend diskutiert werden", so Bildungssprecherin Brigitte Jank in einer Aussendung. Klar begrüßt wird der Erlass von der Bundesjugendvertretung und der SPÖ.

(schluss) aku;nt;jul

OTS0130 II 23.06.2015 11:33:01

 

Bayr/Kucharowits: Moderne Sexualerziehung bedeutet Recht auf Selbstbestimmung

Utl.: SPÖ-Abgeordnete begrüßen neuen Erlass zur Sexualpädagogik

SPÖ/Bayr/Kucharowits/Bildung/Sexualpädagogik

"Der neue Erlass zur Sexualpädagogik ist ein Meilenstein für eine moderne Sexualpädagogik und bedeutet eine Stärkung der Schülerinnen und Schüler in deren Recht auf faktenbasiertes Wissen und Selbstbestimmung", begrüßen die beiden SPÖ-Nationalratsabgeordneten Petra Bayr und Katharina Kucharowits den gestern veröffentlichten Erlass. Mit dem Erlass erreicht Österreich, was in anderen europäischen Ländern längst Alltag sei, sind die Abgeordneten überzeugt. "Das Ernstnehmen der Lebensrealitäten jungen Menschen konnte sich schlussendlich gegen die konservative Panikmache durchsetzen", freuen sich die Abgeordneten. ****

Das Zustandekommen des neuen Erlasses ist ein gemeinsamer Erfolg von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und vielen Organisationen, die für eine Überarbeitung eingetreten sind. "Mit der Kampagne ‚rdn wr klrsex‘ hat etwa die Bundesjugendvertretung einen wichtigen Teil dazu beigetragen, das Thema Sexualität aus der Tabuzone zu holen", sind sich Bayr und Kucharowits einig.

Neben dem Erlass zur Sexualpädagogik wurde gestern auch der Erlass zur politischen Bildung veröffentlicht. Eine altersgerechte Information über politisch oft komplexe Zusammenhänge und die Befähigung von jungen Menschen, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen, ist für die Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen extrem wichtig. "Beide Themen betreffen Jugendliche direkt in deren täglichem Leben, beide Erlässe bedeuten eine Stärkung der jungen Menschen in Österreich", sagen Bayr und Kucharowits abschließend. (Schluss) ve/rm/mp

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
01/53427-275
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OTS0079 II 23.06.2015 10:37:25

 

Brigitte Jank zur Sexualerziehung an den Schulen: Vertraue auf die Kompetenz der Lehrerinnen und Lehrer

Utl.: ÖVP-Bildungssprecherin: Rolle der Eltern nach Protesten der Familien gestärkt

Parlament/ÖVP/Bildung/Jank

Die Rolle der Eltern musste nach den massiven Protesten der Elternvertreter von der Unterrichtsministerin gestärkt werden. Dennoch hält ÖVP-Bildungssprecherin Abg. Brigitte Jank fest: "Sexualerziehung ist und bleibt ein primäres Elternrecht, das nicht beschnitten werden darf. Daher gehen wir davon aus, dass Unterrichtsmittel und -inhalte den Eltern zeitgerecht vorgestellt und ausreichend diskutiert werden", so Brigitte Jank heute, Dienstag, anlässlich des neuen Grundsatzerlasses Sexualpädagogik.

Der Prozess der Entstehung des neuen Erlasses zur Sexualerziehung sei kein bildungspolitisches Vorzeigeprojekt, weil dieser mehr Verunsicherung an den Schulen und bei den Eltern erzeugt hat als Vertrauen. "Das darf bei sensiblen Materien, die auf einem breiten gesellschaftlichen Konsens beruhen müssen, nicht passieren", sagte Jank.

"Es ist in die Verantwortung der Lehrerinnen und Lehrer gelegt, ob eine altersgerechte, adäquate Sexualpädagogik an den Schulen umgesetzt wird. Ich vertraue auf die Lehrerinnen und Lehrer, dass sie bei der Vorbereitung und Umsetzung der neuen Sexualerziehung an der Schule ausreichend Sensibilität aufbringen und den Eltern jene primäre Rolle zusprechen, welche diesen in dieser wichtigen Wertefrage zusteht. Die Eltern sind in jeder Phase einzubinden", sagte Jank abschließend. (Schluss)

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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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