Montag, 22. Juni 2015

2015.06.23: Newsletter Bildung

KLZ – 23. Juni 2015

 

 

"Grundsatzerlass Sexualpädagogik" veröffentlicht

 

Das Bildungsministerium hat am Montag den umstrittenen neuen "Grundsatzerlass Sexualpädagogik" veröffentlicht. Gegenüber dem Entwurf finden sich darin Änderungen. So wird nun die Zusammenarbeit mit Eltern, etwa im Rahmen von Elternabenden, stärker betont. Enger umschriebene Wertvorstellungen sollen im Rahmen der Sexualerziehung nicht vermittelt werden, heißt es in dem der APA vorliegenden Erlass.

 

Da es sich hier um ein "sensibles Thema" handelt, habe man sich um einen offenen Prozess bemüht, so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) in einer Aussendung. Insgesamt seien etwa 50 Stellungnahmen eingegangen, die bei der Überarbeitung des von einem Expertenbeirat erstellten Entwurfs berücksichtigt wurden. Der alte Erlass habe seinen Ursprung in den 1970er Jahren und sei 1990 nur geringfügig aktualisiert worden. "Eine Berücksichtigung gesellschaftlicher Veränderungen und die Anpassung an aktuelle Lebensrealitäten war deshalb hoch an der Zeit", so die Ministerin.

           

"Sexualität ist ein mit unterschiedlichen Werten verbundenes Thema. Daher soll Schule dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche befähigt werden, eigene Wertvorstellungen zu entwickeln, wie auch zu erweitern und Respekt vor anderen Werten und Sichtweisen zeigen zu können", so nun der Wortlaut des bereits an die Landesschulräte versendeten Rundschreibens, das am Montag auch auf der Website des Bildungsministeriums online geht. "Ebenso sollen Kinder und Jugendliche in der Schule ihre Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sichtweisen erlernen können, ohne Angst haben zu müssen, aufgrund der eigenen Meinung diskriminiert zu werden."

 

Der Erlass definiert den inhaltlichen und didaktischen Rahmen des fachübergreifenden Unterrichtsprinzips "Sexualpädagogik". Ausgangspunkt für dessen Umsetzung müsse die Alltagserfahrungen der Schüler darstellen, sowie das "Zusammenwirken von Lehrkräften, Eltern/Erziehungsberechtigten, Schülerinnen und Schülern". Zur guten Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten "gehören u.a. Elternabende und die regelmäßige Information der Eltern und Erziehungsberechtigen".

 

Betont wird in dem Erlass, der den rund 25 Jahre alten "Grundsatzerlass Sexualerziehung in den Schulen" ersetzt, auch, dass die reine Vermittlung von biologischem Basiswissen zwar ein wichtiger Teil, "aber keinesfalls ausreichend ist, um dem ganzheitlichen Anspruch einer umfassenden Schulpädagogik zu genügen". Fühlen sich Lehrer im Umgang mit dem Thema unwohl oder überfordert, wird auf die Möglichkeit hingewiesen, externe Experten zuzuziehen.

 

In den vergangenen Wochen war es um den Entwurf des Erlasses zu Diskussionen über die Rolle der Familie und der Elternvertreter gekommen. Kritiker wendeten auch ein, dass sich die Sexualpädagogik nicht an definierten Werten orientiere. Anstoß nahmen vor allem katholische Familienverbände und Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP). "Mehr Sachlichkeit hätte der Sache gut getan", so Heinisch-Hosek heute. Viele Aspekte, die im Voraus kritisiert wurden, wären so nie im Erlass enthalten gewesen.

 

Neben dem Sexualkunde-Erlass erging heute auch der neue "Grundsatzerlass Politische Bildung". Als Unterrichtsprinzip wurde die Politische Bildung im Jahr 1978 verankert, sie habe daher einer Überarbeitung geharrt.

 

 

"Heute" vom 23.06.2015                                        Seite 6

Ressort: Politik

 

Heute Hauptausgabe, Heute Niederösterreich, Heute Oberösterreich

 

Mehr Zusammenarbeit mit Eltern

 

Sexualkunde-Richtlinie kommt trotz großer Kritik

 

Das Bildungsministerium erließ gestern den neuen "Grundsatzerlass Sexualpädagogik". Der alte stammte noch aus den 1970er-Jahren. Leichte Änderung nach Kritik: Die Zusammenarbeit mit Eltern wird stärker betont.

 

 

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 172 vom 23.06.2015               Seite: 11

Ressort: Nachrichten1u2

 

 

Sex-Erlass lässt Eltern mitreden

 

   Wien - Das Bildungsministerium hat den umstrittenen neuen ? Grundsatzerlass „Sexualpädagogik" veröffentlicht. Einige Änderungen wurden noch eingefügt. So wird nun die Zusammenarbeit mit Eltern, etwa im Rahmen von Elternabenden, stärker betont. Dass Mütter und Väter außen vorgelassen würden, hatte etwa ÖVP-Familienministerin Sophie Karmasin kritisiert. Enger umschriebene Wertvorstellungen sollen im Rahmen der Sexualerziehung aber nicht vermittelt werden. Das von der Bischofskonferenz geführte Institut für Ehe und Familie hätte „bestimmte Werte" gerne im Erlass gesehen.

 

   Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) betonte, dass der Erlass seinen Ursprung in den 1970er-Jahren habe und 1990 nur geringfügig aktualisiert wurde: Eine Berücksichtigung gesellschaftlicher Veränderungen und die Anpassung an aktuelle Lebensrealitäten waren deshalb hoch an der Zeit."

 

 

"Kurier" vom 23.06.2015                                    Seite: 4

Ressort: Innenpolitik

 

Wi, Abend, Länder, Morgen

 

ÜBERBLICK

 

   Grundsatzerlass: Politische Bildung. Änderungen. Als Unterrichtsprinzip wurde Politische Bildung 1978 verankert, nun soll sie endgültig überarbeitet werden. Zeitgleich veröffentlichte das Bildungsministerium den umstrittenen "Grundsatzerlass Sexualpädagogik", der gegenüber dem jüngst heftig kritisierten Entwurf Änderungen vorsieht. Im neuen Erlass wird etwa Eltern im Rahmen von Elternabenden eine stärkere Rolle zuteil.

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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