Donnerstag, 11. Juni 2015

Bildungs-Newsletter 11.6.2015 2. Teil


 

OTS0242 II 11.06.2015 15:38:46

 

Heinisch-Hosek: IV-Konzept bestätigt Kurs der Bildungsministerin

Utl.: Bildungsministerin erfreut über heute präsentierte Reformvorschläge der IV

 

Das Bildungskonzept der Industriellenvereinigung zur Sekundarstufe II bestätigt die Bildungsministerin in ihrem Kurs. "Es ist erfreulich, dass das Konzept der Industriellenvereinigung wichtige Handlungsfelder anspricht, die sich auch im Regierungsabkommen wiederfinden", so Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek zum heute präsentierten Konzept der IV zur Sekundarstufe II. Schulisches Angebot nach der Pflichtschule muss Schüler/innen in ihren individuellen Interessen stärken und ihnen mögliche berufliche Tätigkeitsfelder aufzeigen. "Die optimale Förderung und Unterstützung von Jugendlichen bei der Bildungs- und Berufswahl ist notwendig, damit allen jungen Menschen die Möglichkeit offen steht, einen Beruf nach ihren Interessen und Begabungen zu wählen. Die Bundesregierung hat deshalb dieses Thema auch im Regierungsprogramm verankert und sich das klare Ziel gesetzt, die Berufsorientierung zu optimieren", so die Bundesministerin.

 

Das österreichische Modell der beruflichen Bildung hat internationalen Vorbildcharakter. "Das Erfolgsmodell der dualen Bildung genießt europaweit Ansehen . Die Berufsmatura, die Kombination von Lehre und Reifeprüfung, ist ein Angebot, an dem bereits rund 11.000 Jugendliche teilgenommen haben", zeigt sich die Bildungsministerin erfreut. Damit die Lehrlingsausbildung auch in den nächsten Jahrzehnten attraktiv und erfolgreich ist, sind weitere Schritte erforderlich. "Im Regierungsprogramm ist die Umsetzung eines systematischen Qualitätsmanagements in Ausbildungsbetrieben und in der überbetrieblichen Berufsausbildung festgeschrieben. Auch eine verstärkte Zusammenarbeit der Unternehmen und Berufsschulen kann dazu einen Beitrag leisten", so die Ministerin zum Konzept der IV.

 

Österreich braucht gut ausgebildete und motivierte Menschen in allen Bereichen der Wirtschaft und Gesellschaft. "Ein modernes Bildungssystem muss individuell und unterschiedlich gestalteten Bildungsbiografien gerecht werden und jungen Menschen mit flexiblen Maßnahmen und Angeboten entsprechend zur Seite stehen. Aus diesem Grund muss die Durchlässigkeit zwischen den Bildungsinstitutionen noch gefördert und die Anrechnung von Bildungsqualifikationen vereinfacht werden, um Kinder und Jugendliche bestmöglich auf ihrem Weg zu unterstützen", so die Bildungsministerin abschließend.

 

Rückfragehinweis:  BM für Bildung und Frauen  Mag.a Veronika Maria  Pressesprecherin  01-53120/5011   eronika.maria@bmbf.gv.at  www.bmbf.gv.at  

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/4920/aom

 


 

OTS0184 II, WI 11.06.2015 13:01:54

Industrie: Es darf keine „Bildungs-Einbahnen“ geben – brauchen gleiche Chancen für alle

Utl.: IV-Präsident Kapsch: IV-Bildungsstrategie „Beste Bildung“ mit „Spezialisierungsphase" komplettiert – Allgemeine und Berufsbildung nach der mittleren Reifeprüfung gehören gestärkt

 

Die Industriellenvereinigung (IV) hat mit der Präsentation des Konzepts zur "Spezialisierungsphase", also der derzeitigen Sekundarstufe II, ihre Bildungsstrategie "Beste Bildung" komplettiert. Bei diesem letzten Baustein gehe es vor allem um gleiche Chancen für alle, so IV-Präsident Mag. Georg Kapsch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer heute, Donnerstag, in Wien: "In der Spezialisierungsphase sollen alle Jugendlichen zwischen differenzierten, aber gleichwertigen, gegenseitig durchlässigen und hochqualitativen Bildungswegen wählen können. Kein Bildungsangebot der Spezialisierungsphase darf einen Startnachteil nach sich ziehen und es dürfen keine Bildungs-Einbahnen bestehen."

Der Übertritt zwischen all ihren Bildungsangeboten und damit die "Durchlässigkeit" durch gegenseitige Anerkennung von vermittelten Kompetenzen sollten in der Spezialisierungsphase leicht möglich sein. Die Berufs- und Bildungsorientierung müsse - nach Möglichkeit durch schulexterne Expertinnen und Experten - fixer Bestandteil der Spezialisierungsphase sein. "Schülerinnen und Schüler sollen in ihren Berufs- und Bildungsentscheidungen begleitet werden. Dann ist es auch möglich, den Bildungsweg zu wechseln, falls sich Interessen und Möglichkeiten ändern", betonte IV-Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer. Auch den aus Sicht der Industrie zentralen MINT-Kompetenzen müsse in der Spezialisierungsphase ein hoher Stellenwert eingeräumt werden.

Zwtl.: Herausforderungen für Sekundarstufe II

Die berufliche Bildung in Österreich genießt zwar hohes Ansehen, dennoch habe auch die Sekundarstufe II durchaus ihre Problemfelder. Insbesondere die 9. Schulstufe, in der oftmals die Schulpflicht erfüllt werde, stelle für viele Jugendliche einen institutionellen und biografischen Bruch dar, insbesondere für angehende Lehrlinge. Letztere absolvieren das Jahr entweder an einer polytechnischen Schule oder an einer anderen weiterführenden Schule (BHS, BMS oder AHS). Für diese Schulen stelle diese Praxis allerdings eine Belastung dar. Die polytechnischen Schulen wiederum würden äußerst unterschiedliche Qualität in der Erfüllung ihrer Aufgaben der Berufsorientierung, Aufbau der Vorkompetenzen und Vorbereitung für ein Lehrverhältnis aufweisen. "Insgesamt muss das Image der Lehre verbessert werden", so Kapsch.

Gerade die Industrielehrlinge seien ein Beispiel für ein hohes Kompetenzniveau und gute Arbeitsmarktperspektiven. Die BMS (berufsbildenden mittleren Schulen) präsentierten sich heute allerdings als ein unübersichtliches Feld: Die Schulen für Sozialberufe oder manche technische Fachschulen hätten demnach eine wichtige Funktion in ihrem Sektor; andere seien "Auffangbecken" für wenig erfolgreiche Schülerinnen und Schüler.

Zwtl.: Reformvorschläge für AHS-Oberstufe

Vergleichsweise geringe Abbruchquoten und generell guter Schulerfolg dokumentierten die hohe Qualität der AHS-Bildung, erklärte Kapsch: "Die Schülerinnen und Schüler der AHS bringen hohe analytische und interdisziplinäre Kompetenzen mit. Allerdings können sie dieses Potenzial nicht voll ausnutzen." Als Ziele für die AHS der Zukunft fordere die IV daher, die allgemeinbildenden Inhalte mit einem sinnstiftenden, stärkeren Anwendungsbezug zu vermitteln und die Orientierung zu zukünftigen Ausbildungs- und Berufswegen zu verbessern. Dazu seien Reformen notwendig: Die Berufsorientierung und -beratung durch professionelle, externe Expertinnen und Experten müsse als eigenes Schulfach ausgebaut werden. Auch die Teilnahme an Lehrveranstaltungen weiterführender Bildungsangebote sowie Mentorinnen- und Mentorenprogramme an den Schulen und Hochschulen seien dafür anzudenken. Inhaltlich sollten die Lehrpläne der MINT-Fächer in Hinblick auf eine stärkere Praxisrelevanz in Wirtschaft, Wissenschaft und Lebensalltag weiterentwickelt werden. Dabei sei die wirtschaftliche Grundkompetenz der AHS-Schülerinnen und -Schüler stärker in den Fokus zu nehmen.

Zwtl.: Lehre wieder aufwerten

"Die duale Berufsausbildung bzw. die Lehre ist ein wesentlicher Pfeiler des österreichischen Berufsbildungswesens. Sie bringt eine Berufsberechtigung mit sich und weist die stärkste Verbindung mit der Wirtschaft auf", so Neumayer. Allerdings würden immer wieder Probleme der Lehrausbildung, wie z.B. die mangelnden Vorkompetenzen der Lehrlinge, öffentlich thematisiert. In der Spezialisierungsphase solle die Lehre ihren Stellenwert als gleichberechtigte und gleichwertige Berufsausbildung zurückbekommen. Dafür schlage die IV ein vollschulisches Berufsschuljahr als strukturierte, abgestimmte und sinnvolle Eingangsphase vor. Dieses integriere die Stärken der polytechnischen Schule und beende das "Absitzen" des letzten Pflichtschuljahres in anderen Schultypen. Das Kennenlernen einer gewählten Gruppe von Lehrberufen solle die Vorkompetenzen der Jugendlichen deutlich erhöhen.

Zwtl.: Qualität der BHS ausbauen

"Die BHS (berufsbildenden höheren Schulen) sind ein weltweit einzigartiges, hoch attraktives Bildungsangebot, das es zu stärken gilt", so Neumayer. Insbesondere der Erwerb einer Doppelqualifikation - berufliche Ausbildung und Matura - erkläre den Erfolg dieses Bildungsangebots. Vor allem den Höheren Technischen Lehranstalten (HTL) käme eine wichtige Rolle im österreichischen Berufsbildungssystem zu. Es müsse daher das Ziel sein, das erfolgreiche Modell der BHS in Abstimmung mit den Bedarfslagen von Wirtschaft und Industrie weiterzuführen und zu stärken. "Konkret sollten wir die Lehrinhalte und -strukturen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und Wirtschaft abstimmen. Außerdem ist uns auch die Anerkennung bereits in der BHS bewiesener Kompetenzen und Lernergebnisse an Hochschulen ein Anliegen", so Neumayer. Nicht zuletzt gelte es, die internationale Sichtbarkeit der BHS zu erhöhen: durch die adäquate Positionierung der BHS auf Niveau 5 und der "Ingenieurin" bzw. des "Ingenieurs" auf Niveau 6 des Nationalen Qualifikationsrahmens könnten österreichischen Unternehmen mit diesen Qualifikationsprofilen im internationalen Wettbewerb reüssieren.

Zwtl.: Feld der BMS bereinigen

"BMS haben die niedrigsten Erfolgsquoten und die höchsten Drop-out Raten der Sekundarstufe II", betonte der IV-Generalsekretär. Die Abschlussklasse würden nur rund 45 Prozent eines Einstiegsjahrgangs erfolgreich abschließen. Außerdem seien BMS-Absolventinnen und -Absolventen von grundlegenden Veränderungen am Bildungs- und Arbeitsmarkt betroffen: von der Tertiärisierung der Ausbildungen bis zum Verdrängungswettbewerb am Arbeitsmarkt mit höheren Ausbildungen. Dennoch besäßen einige BMS, z.B. bestimmte technischen Fachschulen, für die Industrie hohe Relevanz, so Neumayer. Die IV fordere daher tiefgreifende Reformen auf Basis einer Evaluierung der BMS hinsichtlich ihrer Arbeitsmarktrelevanz und Funktion innerhalb des Bildungssystems. Darauf aufbauend sollten die bestehenden BMS-Typen entweder reformiert oder aufgelassen werden. Zukünftig sollten die BMS als vollschulisches berufsbildendes Angebot mit hohen Praxisanteilen eine Brückenfunktion zwischen dualer Ausbildung und BHS einnehmen. Sie sollten jeweils über einen eigenständigen, zentralen und standardisierten Abschluss und damit Zugang zu zumindest einem reglementierten Beruf als Ausgangspunkt für die weitere Bildungs- und Berufskarriere verfügen. Bildungsmodule und individuelle fachliche Schwerpunktsetzungen sollten der BMS der Spezialisierungsphase die Durchlässigkeit zur BHS und zur dualen Berufsausbildung sichern. Auf die BMS zugeschnittene Anschlussmöglichkeiten wie z.B. eine für die BMS adaptierte Berufsreifeprüfung sollten weiters die Einstiegsmöglichkeiten in weiterführende Bildungsangebote verbessern.

Zwtl.: Umfassende IV-Bildungsstrategie "Beste Bildung"

Im Herbst vergangenen Jahres hatte die IV ihren ersten Baustein der Bildungsstrategie "Beste Bildung" vorgelegt: "Wir haben nicht ohne Grund mit dem Pflichtschulbereich begonnen. Dort haben wir einfach die größten Schwierigkeiten. Ein funktionierender Pflichtschulbereich ist aber die Voraussetzung für jede weitere Stufe", so Kapsch. Die neue Schule von "Beste Bildung" sei eine in sich differenzierte gemeinsame Schule vom Schulbeginn bis zum Erreichen der mittleren Reifeprüfung. Die mittlere Reifeprüfung sei Basis und Voraussetzung aller weiteren Schulformen.

Alle Informationen zu "Beste Bildung" finden Sie unter www.iv-net.at/b3596

Rückfragehinweis: IV-Newsroom  +43 (1) 711 35-2306 info@iv-newsroom.at www.iv-net.at/medien


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Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Kurt Schober
Klubsekretär

SPÖ-Parlamentsklub
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