Donnerstag, 11. Juni 2015

Bildungs-Newsletter 11.6.2015


 

"Kurier" vom 11.06.2015                                   Seite: 34

 

Am Schauplatz 21.05 [ORF 2] Nie mehr Schule: Eine wachsende Zahl von...

 

   Nie mehr Schule: Eine wachsende Zahl von Familien in Österreich nützt ein Schlupfloch im Schulpflicht-Gesetz, das häuslichen Unterricht erlaubt. Diese Möglichkeit lockt sogar deutsche Eltern nach Österreich. Und wie geht es Menschen, die ohne Schule aufgewachsen sind? Ein Student hat zwar nach zwölf Jahren häuslichem Unterricht die Matura in der Tasche, aber keine Ahnung, wie er sich auf der Uni richtig verhalten soll.

 


 

"Kleine Zeitung" vom 11.06.2015                             Seite: 16

 

Zentralmatura wird evaluiert

Vorerst keine weiteren Schwindeleien bekannt.

 

   WIEN. Bei der Zentralmatura dürfte es abseits von den bekannt gewordenen Schummel-Fällen in zwei Wiener Schulen und der Manipulation von Arbeiten durch einen Lehrer am Militärgymnasium in Wiener Neustadt keine weiteren Unregelmäßigkeiten gegeben haben. Über den Sommer soll eine Evaluierung gestartet werden, „um etwaige Möglichkeiten zur Optimierung zu prüfen", heißt es aus dem Bildungsministerium. Der Wiener Stadtschulrat hält etwa das Einführen des Vieraugenprinzips – also zwei Aufsichtslehrer – oder den Einsatz fachfremder Pädagogen in Zukunft für möglich. Extreme Schummel-Fälle seien schwer vermeidbar, wichtig sei, dass man dahinterkomme.

 


 

"Der Standard" vom 11.06.2015                               Seite: 10

 

Matura mit Chuzpe absolviert

Wiener Schüler sollen Reifeprüfung erschummelt haben

 

   Wien – Ihren Plan, auf der Maturareise die bestandene Reifeprüfung zu feiern, haben Schüler zweier Wiener Gymnasien offenbar selbst durchkreuzt. Wie die Salzburger Nachrichten in ihrer Mittwochsausgabe berichten, haben sich die Kandidaten die Mathematik-Matura erschummelt, wurden aber nach Auffälligkeiten in den Ergebnissen überführt. Zudem sollen sich einige Schüler im Netz damit gerühmt haben, wie einfach es sei, dieser Tage an ein Abschlusszeugnis zu gelangen. Auf Nachfrage des Standard will man im Wiener Stadtschulrat die Vorwürfe offiziell weder bestätigen noch dementieren; das erlaube die Amtsverschwiegenheit nicht, sagt Pressesprecher Matias Meissner.

 

   Weil die betroffenen Schüler aber beim nächsten ordentlichen Termin im Herbst erneut zur Prüfung antreten müssen, liegen die Folgen irregulärer Umstände nahe – bei nicht bestandener Matura wäre ein Wiederholungstermin noch im Sommer vorgesehen.

 

   Laut dem Zeitungsbericht sollen Maturanten des Oberstufenrealgymnasiums Hegelgasse in der Innenstadt die Aufgabenstellungen der Zentralmatura abfotografiert, über den Chatdienst Whatsapp zur Lösung an Nachhilfelehrer geschickt und schließlich in Echtzeit mit den Klassenkollegen geteilt haben. Möglich sei der kollektive Schwindel nur gewesen, weil der beaufsichtigende Lehrer bewusst weggesehen habe. Ihm drohen nun Konsequenzen zwischen Verweis und Unterrichtsverbot. Die Maturaarbeiten hingegen gelten als annuliert und damit als nicht beurteilt.

 

   Über einen ähnlichen Ansatz hofften Schüler des Oberstufenrealgymnasiums Henriettenplatz im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus an ihr Reifediplom zu kommen. Auch dort soll ein Pädagoge während seiner Aufsicht demonstrativ abgelenkt gewesen sein. Wie in der Hegelgasse haben sich bei einer eingehenden Analyse der Prüfungsbögen Lösungswege offenbart, die eine Manipulation vermuten lassen.

 

   Die Direktoren der betroffenen Schulen wollten zu den Vorfällen keine Auskunft geben.

 

   Nichts historisch Neues

 

   Der Stadtschulrat appelliert jedenfalls an Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), bei der geplanten Evaluierung der heuer erstmals abgehaltenen Zentralmatura nicht nur die Prüfungsinhalte zu kontrollieren, sondern auch die Prüfungsbedingungen. Denn auch wenn „Schummeln nichts historisch Neues" ist, wie Meissner sagt, würden neue Technologien den Schwindel dennoch erleichtern: „Denken Sie nur an Apple Watch oder Google Glass", eine rechnergestützte Brille, die Inhalte in das Sichtfeld projiziert.

 

   Eine mögliche Maßnahme könnte in der intensiveren Aufsicht durch ein Vieraugenprinzip liegen, so Meissner. (mcmt)

 


 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 132 vom 11.06.2015             Seite: 11

 

Was tun gegen Cyber-Schummeln?

Störsender, elektronischer Scanner oder Leibesvisitation: Das Bildungsministerium überlegt, wie man Schwindeln eindämmen kann.

 

   Alexandra ParraghFritz Pessl Wien. Nach dem groß angelegten Schummelskandal bei der schriftlichen Zentralmatura an zwei Wiener Oberstufengymnasien stellt sich für die Schulbehörden die Frage, wie sie in Zeiten von Smartphone und Internet eine Reifeprüfung ohne unerlaubte Hilfsmittel sicherstellen können. Der Wiener Landesschulinspektor Franz Tranninger spricht in diesem Zusammenhang von einer echten Herausforderung.

 

   Denn die Abgabe von Handys während der Matura sei jetzt schon verpflichtend. Wie man aber das Einschmuggeln von Zweit- oder Dritthandys verhindern könnte, darüber wird noch gerätselt. Leibesvisitationen oder elektronische Scanner wie am Flughafen sind derzeit noch ein Tabuthema.

 

   Gerhard Klampfer, Direktor des Wirtschaftskundlichen Realgymnasiums Salzburg, hat es bereits vor vier Jahren während der Matura mit einem Handy-Störsender neben der Schultoilette versucht. Er entging dafür knapp einem Disziplinarverfahren, weil nur Sicherheitsbehörden Störsender aufstellen dürfen. Klampfer wurde damals vom Bildungsministerium mit folgenden Worten abgemahnt: „Martialische Geheimdienstmethoden wie diese sind nicht erwünscht. In Österreich gibt es kein Schwindeln."

 

    Jetzt, da das Gegenteil bewiesen ist, klingt es aus dem Bildungsministerium etwas kleinlauter: „Wir werden uns im Zuge der Evaluierung der Zentralmatura alles anschauen. Auch, wie man gegen diverse Schummelmethoden vorgehen kann", heißt es aus dem Büro von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ).

 

   „Die Schule läuft etwas der technologischen Entwicklung hinterher. Reden wir jetzt noch von Smartphone-Verbot, wird es schon bald die Google-Brille oder die Apple Watch sein", verlautet aus dem Büro der Wiener Stadtschulrätin Susanne Brandsteidl (SPÖ). Eckehard Quin, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft, betont, dass man von Lehrern nicht mehr verlangen könne, als dass sie „gut aufpassen, dass nicht geschummelt wird". Schüler, die schummeln wollten, fänden immer einen Weg. Sie würden sich meist besser mit neuesten Technologien auskennen als Lehrer. Um bei dem neuen Prüfungsformat der Zentralmatura – den Multiple-Choice-Fragen und Einsetzübungen – zu schummeln, brauche es aber kein technisches Wissen. „Es reicht, sich Zeichen auszumachen, zum Beispiel, was es bedeutet, sich hinter dem rechten oder linken Ohr zu kratzen", sagt er.

 

   Im Christian-Doppler-Gymnasium in Salzburg schließt Direktorin Claudia Dörrich Schummeleien im großen Stil aus. Ihre Maturanten schrieben ihre Klausuren im Informatiksaal. „Die Internetverbindung wurde ausgeschaltet. Und drei Personen waren damit beschäftigt, die Computer neu aufzusetzen, damit nur die Hilfsprogramme installiert waren, die die Schüler gebraucht haben", sagt sie. Damit keine Handys auf den Toiletten versteckt werden konnten, seien sie bis zum Start der Matura versperrt geblieben.

 


 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 132 vom 11.06.2015             Seite: 11

 

So einfach ist Schummeln heute

  

 Das Handy

 

   Ist heute ein beliebtes Mittel, um zu schummeln. Handys müssen bei der Matura und bei Schularbeiten abgegeben werden. Doch das garantiert nicht, dass Schüler nicht noch ein Zweit- oder Dritthandy bei sich führen oder irgendwo verstecken. Damit lässt es sich bequem nach Übersetzungen oder nach Lösungen im Internet googeln.

 

   WhatsApp

 

   Jede Klasse hat mittlerweile ihre eigene Gruppe auf dem Direktnachrichtendienst WhatsApp. Es reicht also, wenn der Klassenbeste die Prüfungslösungen fotografiert und in die WhatsApp-Gruppe stellt. Alternativ kann das auch ein Nachhilfelehrer für die Klasse tun. Schummel-App

 

   Auch eigene Handy-Apps gibt es, mit denen man professionell schummeln kann. Mit „Photomath" zum Beispiel lassen sich Rechenangaben per Foto einscannen und die App liefert das Ergebnis. Mit der „Spickzettel"-App lassen sich Handy-Schummelzettel schreiben. Angezeigt werden sie nur ein paar Sekunden nach einer Berührung. Sonst bleibt der Bildschirm schwarz oder zeigt eine Uhr an.

 

   Apple Watch

 

   In den USA wird an Schulen und Universitäten bereits fleißig mit Handyuhren wie der neuen Apple Watch geschummelt. Manche haben deshalb bereits Verbote während der Prüfungen verhängt. Auch mit ihnen lassen sich Lösungen fotografieren und weiterschicken. Die Klassiker

 

   Der handgeschriebene Schummelzettel ist bei Schülern immer noch die Nummer eins. Gewiefte kleben ihn sich auf die Trinkflasche, unter die Kleidung oder schreiben in die Handinnenfläche. par

 


 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 11.06.2015            Seite: 21

 

Matura: Keine weiteren Schummel-Fälle

Schwindeln bei Zentralmatura: "Schauen, wie es bessere Kontrolle geben kann"

 

   WIEN/LINZ. Bei der Zentralmatura dürfte es abseits von den bekannt gewordenen Schummel-Fällen an zwei Wiener Gymnasien und der Manipulation von Arbeiten durch einen Lehrer am Militärgymnasium in Wiener Neustadt keine weiteren Unregelmäßigkeiten gegeben haben. Das gaben die Landesschulräte bekannt.

 

   Aus dem Wiener Landesschulrat hieß es gestern, man wolle "schauen, wie es, auch nach den Erfahrungen dieses Jahres, eine bessere Kontrolle geben kann." Die Einführung eines Vier-Augen-Prinzips durch zwei Aufsichtslehrer oder der Einsatz fachfremder Pädagogen sei ein Denkansatz. Oberösterreichs Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer will bei der Evaluierung der Zentralmatura auch einen Vergleich mit der bisherigen Reifeprüfung herbeiführen. "Wo hat sich bisher was verändert im Vergleich. Da sollte man wissenschaftliche Arbeiten vergeben und Daten aus den vergangenen Jahren analysieren." Extreme Schummel-Fälle wie in Wien sind für Enzenhofer schwer vermeidbar. "Irgendeinen Wahnsinnigen kann es immer geben, der sich nicht an die Regeln hält. Wichtig ist, dass man draufkommt." Die Zentralmatura sei gut organisiert worden, sagt Enzenhofer. "Wir finden es auch richtig, dass das Ministerium künftig die Hoheit darüber behält."

 

Matura neu "gut organisiert" (Schwarzl)

 


 

"Kurier" vom 11.06.2015                                   Seite: 24

 

Aufreger

Schummelei: Zentralmatura kam Schülern zu schwierig vor

 

   Wien. Von Rechtfertigungen bis zum Abstreiten der Vorwürfe reichen die Reaktionen der Schüler nach Bekanntwerden der Schummel-Fälle an zwei Wiener Schulen. Wie berichtet, müssen zwei Klassen des ORG Hegelgasse 14 in der City sowie des ORG Henriettenplatz in Rudolfsheim-Fünfhaus die Mathematik-Matura nachholen. In ersterer Schule sollen die Schüler auf das Handy zurückgegriffen haben.

 

   "Wir hatten Druck und haben einfach mal zum Nachbarn geschaut", erklärt eine der betroffenen Maturantinnen vom Henriettenplatz beim Lokalaugenschein. Für zehn von 14 Schülern der Klasse ist nun lernen statt feiern angesagt. Stolz sind die Jugendlichen nicht, sie machen jedoch die Zentralmatura verantwortlich. Zu schwer sei sie, zu wenig vorbereitet sei man gewesen. "Leute, die noch nie geschummelt haben, müssen das plötzlich tun", so der Tenor.

 

   Dass die Maturanten in der Hegelgasse 14 die Mathe-Prüfungsfragen fotografiert haben und dann mit Nachhilfelehrern korrespondiert haben sollen, können ihre Kollegen nicht glauben. 20 der 21 Schüler müssen zur Nach-Matura. Ein Lehrer soll demonstrativ weggeschaut haben. "Wie kann geschummelt werden, wenn die Handys abgegeben werden?", fragt sich Tamara aus der 7. Klasse. "Es gibt zudem drei Aufsichtspersonen." Dass ein Lehrer seinen Job riskiert, nur damit eine Klasse die Matura schafft, kann sie nicht glauben. Schulsprecher Julien Brandstetter hält fest: "Es stimmt nicht, dass mit Handys geschummelt wurde."Beim Wiener Stadtschulrat will man nun Konsequenzen diskutieren. Eine Einführung des verpflichtenden Vier-Augen-Prinzips, die Aufsicht durch fachfremde Lehrer sei möglich. Mit dem technologischen Fortschritt müsse die Schummel-Prävention angepasst werden. Im aktuellen Fall könnten Zweit-Handys im Spiel gewesen sein.

 


 

"Kurier" vom 11.06.2015                                   Seite: 24 Von Katharina Zach und Elias Natmessnig

 

Schüler zu Schummelei: "Wir hatten Druck und haben zum Nachbarn geschaut"

 

  Wien. Die betroffenen Schüler empfanden die Zentralmatura in Mathe als zu schwierig. Von Rechtfertigungen bis zum Abstreiten der Vorwürfe reichen die Reaktionen der Schüler nach Bekanntwerden der Schummel-Fälle an zwei Wiener Schulen. Wie berichtet, müssen zwei Klassen des ORG Hegelgasse 14 in der City sowie des ORG Henriettenplatz in Rudolfsheim-Fünfhaus die Mathematik-Matura nachholen. In ersterer Schule sollen die Schüler auf das Handy zurückgegriffen haben.

 

   Gar nicht stolz "Wir hatten Druck und haben einfach mal zum Nachbarn geschaut", erklärt eine der betroffenen Maturantinnen vom Henriettenplatz beim Lokalaugenschein. Für zehn von 14 Schülern der Klasse ist nun lernen statt feiern angesagt. Stolz sind die Jugendlichen nicht, sie machen jedoch die Zentralmatura verantwortlich. Zu schwer sei sie, zu wenig vorbereitet sei man gewesen. "Leute, die noch nie geschummelt haben, müssen das plötzlich tun", so der Tenor. Für Daniel und Lucas aus der Parallel-Klasse trotzdem keine Option. "Besser ist es, zu lernen, als zu schummeln, da erspart man sich viel Stress."

 

   Dass die Maturanten in der Hegelgasse 14 die Mathe-Prüfungsfragen fotografiert haben und dann mit Nachhilfelehrern korrespondiert haben sollen, können ihre Kollegen nicht glauben. 20 der 21 Schüler müssen zur Nach-Matura. Ein Lehrer soll demonstrativ weggeschaut haben. "Wie kann geschummelt werden, wenn die Handys abgegeben werden?", fragt sich Tamara aus der 7. Klasse. "Es gibt zudem drei Aufsichtspersonen." Dass ein Lehrer seinen Job riskiert, nur damit eine Klasse die Matura schafft, kann sie nicht nachvollziehen. Auch Schulsprecher Julien Brandstetter hält fest: " Es stimmt nicht, dass mit Handys geschummelt wurde."Beim Wiener Stadtschulrat will man nun Konsequenzen diskutieren. Eine Einführung des verpflichtenden Vier-Augen-Prinzips, die Aufsicht durch fachfremde Lehrer sei möglich. Mit dem technologischen Fortschritt müsse auch die Schummel-Prävention angepasst werden. Im aktuellen Fall könnten etwa Zweit-Handys im Spiel gewesen sein.

 


 

"Österreich" vom 11.06.2015                                  Seite 10

 

An Wiener Gymnasium

Wirbel nach Schummel-Matura

 

Lehrer ließ Schüler mit ihren Handys schwindeln

 

Dem Mathematik-Professor droht im schlimmsten Fall eine Suspendierung.

 

Wien. Offiziell will sich am Wiener Oberstufenrealgymnasium Hegelgasse 14 niemand zu dem Vorfall äußern. Fix ist aber: Intern gehen die Wogen wegen des Schummelalarms bei der Zentralmatura hoch.

 

Wie ÖSTERREICH bereits berichtete, soll bei der Mathematik-Matura heute vor exakt 30 Tagen eine Klasse im großen Stil geschwindelt haben. Der Trick: Mit ihren Handys fotografierten die Schüler die kniffeligen Mathe-Fragen ab, schickten sie via WhatsApp an ihre Nachhilfelehrer und trugen die Ergebnisse danach in ihre Aufgabenblätter ein.

 

Skurril: Ausgerechnet der Mathe-Professor soll die Täuschung tatenlos mit angesehen haben. Ob er mit einer Abmahnung oder gar mit einer Suspendierung rechnen muss, wird derzeit vom Wiener Stadtschulrat geprüft.

 

Warum hatten Maturanten überhaupt Smartphones?

 

Fix ist in jedem Fall: Ihre Handys hätten die Schüler der 8A gar nicht bei sich haben dürfen. Wie es dazu kam, dass die Smartphones nicht abgegeben wurden, wird derzeit untersucht.

 

Insgesamt sind beim ersten Durchgang der Zentralmatura vier große Schummelaktionen bekannt geworden: zwei in Wien, eine in Niederösterreich und eine in Vorarlberg.

 

Am 11. Mai wurden Schüler in Mathe geprüft. Mit Handys schickten sie die Aufgaben an Nachhilfelehrer. Das ORG Hegelgasse 14 in Wien. An der Nachbarschule, dem BORG Hegelgasse 12, machten sich Schüler beim Maturastreich über die Zentralmatura lustig.

 


 

"Kronen Zeitung" vom 11.06.2015                             Seite: 14

 

Dr. S. Brandsteidl, Wiener Stadtschulrat

 

   Es handelt sich um Einzelfälle. Und es geht ja laut Medien um einzelne Klassen, aber doch nicht um die ganze Schule.

 


 

"Kronen Zeitung" vom 11.06.2015                             Seite: 14,15

 

Lehrer schauten bewusst weg Mit Handy Angaben heimlich

„Maulkorberlass" nach Maturaskandal

 

Die Nachricht hat eingeschlagen. In zwei Wiener Klassen musste die Mathematik-Matura annulliert werden. Den Lehrern wird vorgeworfen, nicht genügend aufgepasst zu haben. Den Schülern ist es gelungen, die Angaben zu fotografieren und an Nachhilfelehrer weiterzuleiten. Die „Krone" hörte sich vor Ort um.

 

    Gymnasiasten in der Hegelgasse sind vom Skandal nicht überrascht. Am Henriettenplatz sorgt der Skandal für Kopfschütteln. 

 

   Ein Riesentheater wurde im Vorfeld um die Zentralmatura gemacht. Fragen landeten in Tresors. Die Öffnung der Kuverts erfolgte kurz vor Prüfungsbeginn. Trotz all dieser Maßnahmen gelang es Maturanten in zwei Wiener Klassen zu schummeln.

 

   „Es ist typisch, dass so etwas in der Hegelgasse passiert", kichern die Mädchen auf dem Platz vor dem Gymnasium. Da das Ministeri-MARTINA MÜNZERum nach dem Maturaskandal einen „Maulkorberlass" verhängt hat, darf kein Pädagoge der betroffenen Schulen öffentlich Stellung nehmen. Die Teenager nehmen sich hingegen kein Blatt vor den Mund. Das Gymnasium in der Wiener Innenstadt hatte schon lange vor der Zentralmatura den Ruf, dass hier die Reifeprüfung leichterzu schaffen sei als anderswo. „Von denen in der 8A hätte ich mir das nie gedacht, die wirkten immer so vernünftig. Diesen Mathelehrer hatten wir letztes Jahr in Physik", erzählen Philippe und Isabelle. „Er war sehr schülerfreundlich."

 

   Auf dem Henriettenplatz in Wien-Fünfhaus genießen die Maturanten die Sonne. Hier drückte schon Kanzler Werner Faymann die Schulbank. „Pech gehabt.Wenigstens haben die Kollegen hoffentlich etwas dazugelernt", lautet die Antwort von Daniel, Lucas und Manuel. Die drei haben in der Parallelklasse die Mathe-Matura erfolgreich bestanden, ohne zu schummeln. „Wir wären nie auf die Idee gekommen. Das ist viel zu gefährlich. Es ist eine super Schule mit sehr kompetenten Lehrern", fügen sie hinzu.

 

   Am Montag wird es laut Bildungsministerium eine Evaluierung geben.

 


 

"Heute" vom 11.06.2015                                       Seite 16 Kommentar von Christiane Tauzher

 

Aufgeflogen

 

Wenn die Mathematik-Matura nächtens als Albtraum wiederkehrt, hilft nur eines: zwicken, so fest man kann - damit es schnell vorbei ist. Die zwanzig Wiener Schüler, deren Arbeiten als ungültig erklärt worden sind, weil sie das Handy zum Schummeln verwendet haben, können sich höchstens in den Popo beißen. Aber auch das wird ihnen nichts mehr nützen. Sie sind aufgeflogen.

 

Vermutlich wäre niemand dahintergekommen, dass die Maturanten die Mathematik-Beispiele fotografiert und ihren Nachhilfelehrern geschickt hatten, um dann die Ergebnisse seelenruhig von ihren Smartphones abzuschreiben. Weggeschaut hat der zuständige Lehrer, der hinschauen hätte sollen. Es waren ein paar Prahlhanse, die auf Facebook damit angegeben hatten, wie leicht nicht die Matura gewesen sei. Diese Großmäuler machten den Stadtschulrat misstrauisch.

 

Unterm Strich gibt es nur Verlierer bei der Sache: Die Schüler haben sich und ihren Eltern den Sommer verpatzt, der Lehrer hat sich seine Karriere verpatzt, die Nachhilfelehrer haben sich selbst angepatzt. Ein "Zentralalbtraum", aus dem es so schnell kein Erwachen gibt.

 

c.tauzher@heute.at

 


 

"Heute" vom 11.06.2015                                       Seite 16        Von Clemens Oistric

 

Aufgeflogen: 20 von 21 Schülern hatten selbe Fehler

Schummel-Maturanten tricksten mit 2. Handy

 

Der Handy-Betrug bei der Mathe-Matura an zwei Wiener Schulen war perfide geplant: Die Schüler gaben bei ihren Lehrern alte Telefone ab und schummelten mit einem zweiten Smartphone.

 

Für so viel Kreativität hätten sich die Maturanten der Wiener Gymnasien Hegelgasse 14 und Henriettenplatz fast einen Einser verdient: Wie berichtet erschummelten sich zwei Klassen eine positive Mathe-Matura. Laut "Heute"-Infos gingen die Schüler beim Schwindeln äußerst gewieft vor: Als vor der Matura die Handys abgesammelt wurden, gaben sie alte Geräte ab - und behielten ein zweites Smartphone in der Tasche.

 

Nachdem die Lehrer die Testbögen ausgeteilt hatten, fotografierte ein Maturant die Aufgaben und schickte sie dem Nachhilfelehrer. Dieser übermittelte später die Lösungen via Whats-App an die ganze Klasse. Da von 21 Schülern 20 die gleichen Fehler machten, wurde der Stadtschulrat stutzig, forschte nach und deckte den Betrug auf.

 

Die Schüler müssen im Herbst erneut antreten, dem Klassenlehrer, der einfach weggesehen hatte, drohen Konsequenzen.

 

Schummel-Hotspot: das Gym Hegelgasse 14 Aufregung auch am Henriettenplatz

 

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Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Kurt Schober
Klubsekretär

SPÖ-Parlamentsklub
01/40110-3569

0664 / 44 45 005
kurt.schober@spoe.at

 

SPÖ-Parlamentsklub

www.klub.spoe.at

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