Freitag, 19. Juni 2015

Bildungs-Newsletter 19.6.2015


 

"Wiener Zeitung" Nr. 117 vom 19.06.2015                     Seite: 12 Petra Tempfer

 

Digitale Schulbücher sollen die gedruckte Version ersetzen.

Schule auf der Online-Plattform

 

    Wien. Das Smartphone noch schnell in die Hosentasche gesteckt und ab in die Schule: Der Schüler der Zukunft geht mit leichtem Gepäck zum Unterricht. Seine Aufgaben erledigt er auf der Online-Plattform – in digitalen Schulbüchern, die die gedruckte Version vorerst in höheren Schulen ersetzen sollen.

 

   Bis es so weit ist, werden freilich noch Jahre vergehen. Der erste Schritt erfolgt allerdings schon 2016/17. Dann wird die Schulbuchaktion in Oberstufen-Klassen auf digitale Schulbücher ausgeweitet, verkündeten Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) am Donnerstag. Dafür sind laut Karmasin 850.000 Euro veranschlagt, die aus dem Familienlastenausgleichsfonds kommen, aus dem die Schulbuchaktion mit jährlich 106 Millionen Euro gespeist wird.

 

   Ob sich eine Lehrkraft für die digitale oder gedruckte Form der Wissensvermittlung entscheidet, soll ihr zwar freigestellt bleiben, aber: „Das Schulbuch wird Schritt für Schritt ersetzt werden“, sagte Heinisch-Hosek. Nach erfolgter Umsetzung in der Oberstufe will man über eine Erweiterung des Angebots auf die Pflichtschulen entscheiden. Das „ein oder andere Schulbuch“ werde es bald nicht mehr geben, so Heinisch-Hosek.

 

   „Gedruckte Schulbücher müssen bleiben“

 

   Stattdessen greifen die Schüler auf ihrem Tablet oder Smartphone über Codes auf ihre „Bücher“ auf der Plattform zu. Übungsbeispiele füllen sie über die Tastatur aus – und nicht mehr mit dem Bleistift. Es ist eine intensivere Form des bereits gängigen E-Learnings. Aufgaben werden nicht unterstützend über die Online-Plattform erledigt, sondern direkt in das digitale Buch hineingeschrieben.

 

   „Das kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein“, sagt dazu Andreas Ehlers vom Elternverein im Gespräch mit der „Wiener Zeitung“. Die Grundkompetenzen wie Schreiben und Rechnen müssten unbedingt weiterhin handschriftlich gelernt werden. Schreiben mit der Hand trägt zur Festigung der Buchstabenbilder bei, belegen auch sprachwissenschaftliche Studien. Vor allem in den niedrigeren Schulstufen müssten gedruckte Bücher daher bleiben, so Ehlers weiter, und: „Die fortschreitende Digitalisierung darf keinesfalls die Schulnebenkosten der Familien erhöhen.“

 

   „Längerfristig müssen wir uns die Gerätefrage stellen“, sagt auch Heinisch-Hosek. Die Kosten könne man nicht den Eltern „umhängen“. Eine mögliche öffentliche Finanzierung hänge damit zusammen, welche Wege man bei der für Herbst angekündigten Bildungsreform gehen wird.

 

   An der Digitalisierung in der Schule führe jedenfalls kein Weg vorbei, ist Bildungsexpertin Heidi Schrodt überzeugt. Großer Vorteil sei die Aktualität des Wissens – etwa bei politischer Bildung –, die kein gedrucktes Buch bieten könne. Auch in der Volksschule sei das digitale Buch gut, so Schrodt – allerdings nur als Zusatz.

 


 

"Die Presse" vom 19.06.2015                                Seite: 8

 

Schulbücher gibt es ab 2016 auch digital

 

   Ab Herbst 2016 werden über die Schulbuchaktion in Oberstufenklassen erstmals digitale Versionen der gedruckten und vom Bildungsressort approbierten Schulbücher angeboten. Jeder Schüler bekommt aber auch das echte Buch. Das kündigten Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) an. Für das Projekt "digi4school" sind im Rahmen der Schulbuchaktion - die beim Familienressort liegt - 850.000 Euro veranschlagt. Neue Geräte - etwa Laptops - sind aber vorerst nicht veranschlagt.

 

   Ehrenfreund geht: FWF braucht neue Chefin

 

   Die Chefin des Wissenschaftsfonds FWF, die Astrophysikerin Pascale Ehrenfreund, wird Chefin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Im FWF zeigte man sich überrascht. Der Fonds braucht nun eine neue Leitung - die beiden Funktionen seien nicht vereinbar.

 

   Fekters "Bikinifigur": Schellhorn sagt Sorry

 

   Nach einem sexistischen Ausritt im Nationalrat hat sich Neos-Mandatar Sepp Schellhorn gestern bei Ex-Finanz- und Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) mit einem Blumenstrauß entschuldigt. "Das war nicht nur unpassend, es war völlig daneben", sagte er. Bei aller Zerknirschung attestierte er sich selbst "Anstand und Niveau" für das Eingestehen seines Fehlers.

 

   Schellhorn hatte am Mittwoch in Richtung Fekter gemeint, als die Kammerumlage II eingeführt worden sei, sei sie ein "junges Dirndl", ein "junges hübsches Mädchen" gewesen. "Heute ist das Alter vorangeschritten, Sie sind immer noch da." Und weiter: "Was sagt Ihnen die Zahl 44-31-40? Das ist nicht Ihre Bikinifigur wie vor 30 Jahren, nein." Der gerade Vorsitz führende Dritte Präsident Norbert Hofer (FPÖ) verpasste ihm einen Ordnungsruf. Die Zahlenreihe meint übrigens laut Schellhorn Steigerungen bei Beiträgen und Ausgaben der Wirtschaftskammer.

 


 

"Der Standard" vom 19.06.2015                                Seite: 7

 

Erste Schulbücher werden digital

Ab dem Schuljahr 2016/2017 können Oberstufenschüler digitale Schulbücher nutzen

 

   Wien – Die Schule aus der „Kreidezeit zu holen“ und die Digitalisierung in Österreichs Klassenzimmer einziehen zu lassen haben sich Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) vorgenommen. Geschehen soll das mit der Digitalisierung bereits vorhandener Schulbücher. In einer ersten Ausbaustufe sollen die Bücher für Schüler der 540 Oberstufenklassen zusätzlich zu den gedruckten Ausgaben auch digital verfügbar sein, beginnend mit dem Schuljahr 2016/17. Das Familienministerium, das jährlich 106 Millionen Euro für 8,9 Millionen kostenlose Schulbücher im Rahmen der Schulbuchaktion bereitstellt, investiert 850.000 Euro in diese „erste Ausbaustufe“. Dass es sich tatsächlich nur um eine erste Ausbaustufe handelt, wurde bei der Präsentation eines digitalisierten Französisch-Lehrbuchs deutlich.

 

   Multimediale Inhalte, die etwa auch Interaktion erlauben, werden vergeblich gesucht. Von der Digitalisierung erhofft sich Karmasin, die bei der Präsentation von einem „großen Tag“ sprach, viel. So soll Österreich, das derzeit im EU-Vergleich bei den digitalen Kompetenzen im Mittelfeld liegt, an die Spitze kommen. Dass bis zur flächendeckenden Digitalisierung des Schulwesens noch einiges zu bewerkstelligen ist, wurde bei der Pressekonferenz deutlich. So monierte Friedrich Hinterschweiger, Vertreter der Schulbuchwirtschaft bei der Wirtschaftskammer, dass die Schulen technisch unterschiedlich gut ausgestattet seien. Außerdem kritisierte er den mangelhaften Breitbandausbau „am flachen Land“.

 

   Heinisch-Hosek erklärte, langfristig müsse man sich auch die „Gerätefrage“ stellen, nämlich ob Computer und Tablets für alle Haushalte leistbar sind. Auf Nachfrage des Standard sagte sie, für notwendige technische Ausstattung des digitalisierten Unterrichtes seien neben den Eltern auch der Bund und die Kommunen zuständig. In fünf bis zehn Jahren könnte ein „Sozialtopf“ für die Anschaffung der Geräte bereitgestellt werden. (burg)

 

Familienministerin Sophie Karmasin und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek geleiten Österreichs Schulen in die digitale Ära.

 


 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 139 vom 19.06.2015             Seite: 10

 

Schulbücher gibt es ab 2016 auch digital

 

   Wien. Ab dem Schuljahr 2016/17 werden über die Schulbuchaktion in Oberstufenklassen neben den gedruckten Büchern auch digitale Versionen angeboten. Das soll nicht nur leichtere Schultaschen und Rucksäcke, sondern auch Veränderungen im Unterricht bringen, hieß es bei der Präsentation von „Digi4School“ am Donnerstag. Im ersten Schritt können die Bücher jedoch nicht mehr als die Druckversionen., APA

 


 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 19.06.2015            Seite: 24   Von Jasmin Bürger

 

Digitale Schulbücher vorerst nur für Oberstufe

Verzicht auf gedrucktes Schulbuch ab 2016 möglich

 

 

  WIEN. Für Familienministerin Sophie Karmasin (VP) hat der ab dem Schuljahr 2016/17 geplante Umstieg vom gedruckten zum digitalen Schulbuch auch "ganz pragmatische" Gründe: "Damit wird die Schultasche leichter".

 

   Die Möglichkeit zu geringerer Buchlast wird allerdings vorerst Oberstufenschülern vorbehalten sein. Deren Schulbücher sind über die Plattform "digi4school" ab nächstem Jahr online abrufbar, wie Karmasin bei der gestrigen Präsentation der neuen Schulbuchaktion mit Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) erklärte.

 

   Kostenlos und freiwillig

 

   Digitalisiert zur Verfügung gestellt werden alle vom Bildungsministerium approbierten Schulbücher. Ob Lehrer und Schüler das - kostenlose - Angebot nutzen, können sie selbst entscheiden. Finanziert wird die Online-Version aus dem jährlichen Budget der Schulbuchaktion (106 Millionen Euro).

 

   Von gewöhnlichen E-Books unterscheiden sich die digitalen Schulbücher durch umfangreichere Zusatzelemente und Bebilderungen, es gibt auch die Möglichkeit, Notizen hinzuzufügen und einzelne Passagen farbig zu markieren. Eine digitale Revolution ist die Maßnahme aber nicht: Verknüpfungen mit Internetangeboten etwa sind vorerst nicht vorgesehen. Für Karmasin ist das Angebot auch "nur die Erstausbaustufe".

 

   Heinisch-Hosek verwies auf "Überlegungen, Schulbücher komplett durch digitale Medien zu ersetzen". Einen Zeitplan dafür gibt es freilich nicht - das Tablet für jeden Schüler ist schließlich auch eine Kostenfrage, "das kann man nicht nur den Eltern umhängen", so Heinisch-Hosek. In der Sekundarstufe II wird derzeit in 15 Prozent aller Klassen vorwiegend mit Notebook oder Tablet gearbeitet.

 

Schulbuch bald am Laptop

 


 

"Österreich" vom 19.06.2015                                   Seite 7

 

Lernmaterial soll es bald digital geben:

Schulbücher ab jetzt auch auf Tablets &Co.

Die Oberstufenschüler sollen künftig mit digitalen Schulbüchern lernen.

 

Wien. "Von der Steinzeit weg und in die digitale Zukunft" will Jugendministerin Sophie Karmasin (ÖVP) den unterricht führen. gemeinsam mit SP-Bildungsministerin gabriele Heinisch-Hosek startet sie die Initiative Digi4School: Schüler sollen ihre unterrichtsmaterialien künftig in digitaler Form erhalten.

 

Die digitale Offensive basiert allerdings auf Freiwil ligkeit -die nutzung liegt im Ermessen des Lehrers.

 

Vorerst werden die Online-Schulbücher nur von Oberstufenschülern genutzt. nach 2017 könnte die Initiative aber auf sämtliche Schulen ausgeweitet werden.

 

Karmasin und Heinisch-Hosek.

 


 

"Vorarlberger Nachrichten" vom 19.06.2015

 

Ab 2016/17 gibt es digitale Schulbücher

 

   Wien. Ab dem Schuljahr 2016/17 werden über die Schulbuchaktion in Oberstufen-Klassen digitale Versionen gedruckter Bücher angeboten. Das soll nicht nur leichtere Schultaschen bzw. Rucksäcke, sondern auch Veränderungen des Unterrichts bringen, hieß es am Donnerstag. Im ersten Schritt können die Bücher jedoch nicht mehr als die Druck-Versionen.

 


 

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 168 vom 19.06.2015               Seite: 28

 

Schüler lernen künftig (auch) digital

Ab 2016 kommen digitale Schulbücher in die Klassen. Gedruckte Bücher soll es aber weiterhin geben.

 

   Wien - Schüler bekommen ab dem Schuljahr 2016/17 leichteres Gepäck: Denn dann sollen erstmals auch digitale Schulbücher für Oberstufenschüler angeboten werden. Herkömmliche Schulbücher sollen aber nicht abgeschafft werden, betonte Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) bei der Präsentation von ?Digi4School".

 

   Die Aktion soll ein Weg aus der ?Kreidezeit" sein und die digitalen Kompetenzen der Schüler stärken. Studien hätten nämlich ergeben, dass Österreichs Schüler in diesem Bereich nicht an der Spitze liegen. Im Rahmen der Schulbuchaktion sind für das Projekt 850.000 Euro vorgesehen. Eltern sollen dafür nicht in die Tasche greifen müssen.

 

   Ob Lehrer das Angebot digitaler Schulbücher annehmen, die ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt werden, entscheidet am Ende die Schule. Man rechnet damit, dass rund 50 Prozent der digitalen Schulbücher auch in Verwendung kommen.

 

   In diesem Fall können Schüler mit Codes auf einer Online-Plattform auf die Bücher zugreifen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, Kommentare an beliebigen Stellen im Buch einzufügen. Ansonsten unterscheiden sich die digitalen Versionen aber nicht von den gedruckten Büchern.

 

   Dass es in Österreich bisher kaum digitale Angebote für Schulen gebe, sei nicht richtig. Vier von fünf Schülern nutzen bereits eine geschützte virtuelle Lernplattform und an Neuen Mittelschulen ist E-Learning ein definierter Schwerpunkt, erklärte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). (APA)

 

Bald bekommen Oberstufenschüler auch digitalen Lernstoff.

 


 

"Die Presse" vom 19.06.2015                                Seite: 8

 

Kärnten: Lehrer half Schüler bei Matura beim Schummeln

 

   Während der mündlichen Deutschmatura wurde ein Kärntner Junglehrer am Dienstag bei einem Schummelversuch ertappt. Dem Lehrer blüht ein Disziplinarverfahren - die Sanktionspalette reicht von einer Rüge mit Geldstrafe über die Rückversetzung in eine niedrigere Gehaltsstufe bis zum Rauswurf. Der Schüler schaffte die Prüfung mit einer anderen Aufgabe trotzdem. "Der Versuch war plump und einfallslos", meinte Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger. Der Lehrer eines Klagenfurter Gymnasiums gab dem Schüler zu Beginn der Vorbereitungszeit nicht nur den Zettel mit der Aufgabe zum gewählten Thema, sondern zusätzlich ein zweites Blatt mit Lösungsansätzen. Der Prüfungsaufsicht fiel auf, dass sie nur einen Zettel, der Schüler aber mehrere erhalten hatte - so flog der Schwindel auf.

 

   Rot versus Ex-Rot: Match in der Wirtschaftskammer

 

   In der Innung der Wiener Fotografen ist nach der vergangenen Wirtschaftskammerwahl ein Streit zwischen dem einstigen Spitzenkandidaten des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV), Leopold Vodicka, und dem aktuellen, Markus Thumd, entbrannt, der nun in einem Misstrauensantrag von Thumd gegen Vodicka gipfelt. Der Vorwurf: Vodicka soll seine Position als Innungsmeisterstellvertreter, die laut SWV eigentlich Thumd zugestanden wäre, durch vorsätzliche Täuschung der Mitglieder des Innungsausschusses erreicht haben. Indem er nämlich Verhandlungen geführt sowie Zusagen gemacht haben soll, für die er seitens der Fraktion gar keinen Auftrag hatte. Vodicka wurde deshalb auch schon aus dem SWV ausgeschlossen. Über den Antrag wird in zwei bis vier Monaten im Innungsausschuss abgestimmt.

 


 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 139 vom 19.06.2015             Seite: 11

 

Kärntner Lehrer half Schüler bei Deutschmatura schummeln

 

   Klagenfurt. Normalerweise ist es umgekehrt: Doch in Kärntner ist kein Schüler, sondern ein Junglehrer während der mündlichen Deutschmatura bei einem Schummelversuch ertappt worden. Der geschäftsführende Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger bestätigte am Donnerstag einen Bericht der „Kleinen Zeitung“. Dem Lehrer droht ein Disziplinarverfahren, der Schüler bestand die Prüfung mit einer anderen Aufgabe.

 

   „Der Versuch war plump und einfallslos“, meinte Altersberger. Der Lehrer gab dem Schüler zu Beginn der Vorbereitungszeit nicht nur den Zettel mit der Aufgabe, sondern zusätzlich ein zweites Blatt mit Lösungsansätzen. Der Prüfungsaufsicht fiel auf, dass sie nur einen, der Schüler aber mehrere Zettel erhalten hatte, so flog der Schwindel auf.

 

   Altersberger ortet ein „eindeutiges Fehlverhalten“ des Pädagogen, der unter 30 Jahre alt und noch nicht lang an der Schule sein soll. Altenberger betonte auch, dass dieser Schummelversuch nichts mit der Umstellung auf die Zentralmatura zu tun habe. Bei der mündlichen Prüfung legt nicht mehr der Klassenlehrer, sondern alle Fachlehrer gemeinsam die Maturathemen fest. Trotzdem muss sich auch dieser Lehrer nun in einem Disziplinarverfahren verantworten, so wie alle anderen, die bei der schriftlichen Matura beim Schummeln geholfen haben. , APA

 


 

"Kurier" vom 19.06.2015                                   Seite: 21

 

Lehrer half Schüler beim Schummeln

 

   Disziplinarverfahren.Ein Kärntner Junglehrer ist am Dienstag während der mündlichen Deutschmatura bei einem Schummelversuch ertappt worden. Der geschäftsführende Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger bestätigte einen entsprechenden Bericht der Kleinen Zeitung. Dem Lehrer droht nun ein Disziplinarverfahren, der Schüler schaffte die Prüfung mit einer anderen Aufgabe trotzdem.

 

   "Der Versuch war plump und einfallslos", meinte Altersberger. Der Lehrer eines Klagenfurter Gymnasiums gab dem betreffenden Schüler zu Beginn der Vorbereitungszeit nicht nur den Zettel mit der Aufgabe zum gewählten Thema, sondern zusätzlich auch ein zweites Blatt mit Lösungsansätzen, etwa mit dem Inhalt des Buchs, Interpretationen und zentrale Fragen. Der Prüfungsaufsicht fiel auf, dass sie nur einen Zettel, der Schüler aber mehrere erhalten hatte - so flog auch der Schwindel auf. Der Lehrer argumentierte, er habe dem Schüler helfen wollen, weil dieser die Matura ansonsten vielleicht nicht geschafft hätte.

 

   Für den Schüler nahm der Prüfungstag eine glückliche Wendung: Er durfte ein anderes Thema wählen und bestand die Matura. Für den Lehrer dürfte der Schummelversuch hingegen Folgen haben. Er wird sich in einem Disziplinarverfahren verantworten müssen. An Konsequenzen ist vieles möglich, die Sanktionspalette reicht von einer Rüge mit Geldstrafe über die Rückversetzung in eine niedrigere Gehaltsstufe bis zum Rauswurf, betonte Altersberger.

 


 

"Österreich" vom 19.06.2015                                  Seite 14

 

Schummel-Lehrer flog bei Deutsch-Matura auf

Pädagoge steckte einem Schüler die Prüfungs-Unterlagen zu

Für den Lehrer gibt es Konsequenzen, der Schüler bekam ein anderes Prüfungsthema.

 

Kärnten. Der nächste Matura-Skandal: Nachdem an zwei Wiener Schulen bei der Mathematik-Matura geschummelt wurde und diese im Herbst wiederholt werden muss, erschüttert nun ein Schwindel das Bundesrealgymnasium in Viktring.

 

Ein Junglehrer hat einem Schüler zu Beginn der Vorbereitungszeit zur mündlichen Prüfung bei der Deutsch-Matura den Zettel mit der Aufgabe zum gewählten Thema zugesteckt. Zusätzlich gab er ihm ein zweites Blatt mit Lösungsansätzen, etwa dem Inhalt des Buchs, Interpretationsansätze und zentralen Fragen.

 

Schummelei flog auf. Der Prüfungsaufsicht fiel aber auf, dass die übrige Klasse nur einen Zettel, der Schüler aber mehrere bekommen hatte. "Ein einfallsloser und plumper Versuch", ärgert sich Landesschulrats-Präsident Rudolf Altersberger: "Schwindeln bei der Matura ist kein Kavaliersdelikt." Die Rechtfertigung des Lehrers: Er habe dem Schüler helfen wollen, weil er sonst vielleicht die Matura nicht geschafft hätte.

 

Konsequenzen. Gegen ihn wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, an der Schule bleibt er jedoch. Der Schüler bekam ein anderes Thema, bestand die Matura.

 

Junglehrer trickste bei Deutsch-Matura am BRG Viktring. Der Schüler bekam vom Pädagogen vorab das Thema zugesteckt.

 


 

"Neues Volksblatt" vom 19.06.2015                            Seite 12

 

Junglehrer beim Schummeln erwischt

 

KLAGENFURT-Ein Kärntner Junglehrer ist am Dienstag während der mündlichen Deutschmatura bei einem Schummelversuch ertappt worden. Dem Lehrer blüht ein Disziplinarverfahren, der Schüler schaffte die Prüfung mit einer anderen Aufgabe trotzdem. "Der Versuch war plump und einfallslos", meinte der geschäftsführend Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger. Der Lehrer eines Klagenfurter Gymnasiums gab dem Schüler zu Beginn der Vorbereitungszeit zusätzlich zum Zettel mit der Aufgabe zum gewählten Thema ein zweites Blatt mit Lösungsansätzen. Der Prüfungsaufsicht fiel auf, dass sie nur einen Zettel, der Schüler aber mehrere erhalten hatte, weshalb der Schwindel aufflog.

 


 

"Heute" vom 19.06.2015                                       Seite 12

 

Lehrer trickste bei Matura

 

Am BRG Viktring (Kärnten) steckte ein Lehrer einem Schüler vor der Matura Lösungen zu, da er befürchtete, der Teenager würde sonst durchfallen. Eine Kollegin verpfiff den Pädagogen allerdings. Der Bursch durfte seine Reifeprüfung dennoch ablegen, der Lehrer bekommt ein Disziplinarverfahren.

 


 

"Kleine Zeitung" vom 19.06.2015                             Seite: 20

Ressort: Bundesland

 

Kärnten

 

Verwarnung nach Maturaschwindel

 

Junglehrer bekommt vom Landesschulrat eine zweite Chance. Der Professor hatte einem Schüler vor der Matura Unterlagen zugesteckt.

 

   THOMAS MACHER

 

   Der Tat folgen der Prozess und dann das Urteil. Im Fall eines Klagenfurter Lehrers geht das alles sehr rasch. Am Dienstag hatte der Professor am BRG Viktring in Klagenfurt seinem Schüler Unterlagen zu dessen Prüfungsthema zugesteckt. Der Schwindel flog auf. In den kommenden Tagen muss sich der Pädagoge deshalb vor dem Landesschulrat verantworten. Schon gestern stand für Landesschulinspektorin Susanne Traußnig fest, was ihn dort erwarten wird: „Der Kollege wird wohl eine Verwarnung erhalten.“ Damit bekommt der junge Lehrer eine zweite Chance. Das Disziplinarverfahren hätte auch dazu führen können, dass der Lehrer entlassen wird.

 

   Davon wird abgesehen, weil er seine Tat gestand und einsah, dass er sich falsch verhalten hat. „Er steht nun aber unter Beobachtung. Bei einer weiteren Verfehlung werden die Konsequenzen schwerwiegender sein“, sagt Traußnig. Ob der Lehrer weiterhin in Viktring unterrichten wird dürfen, steht noch nicht fest. „Das hat aber nichts mit seinem Verhalten zu tun. Wie bei vielen jungen Lehrern entscheidet sich erst im Herbst, ob sein Vertrag mit der Schule verlängert wird“, sagt Traußnig.

 

   Dass er verwarnt wird, dürfte seine Chance auf eine Vertragsverlängerung wohl nicht erhöhen. „So eine Rüge scheint natürlich auch auf, wenn sich der Lehrer woanders bewirbt. Das ist eine Abmahnung, die wehtut“, sagt Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger. Die Tat des Professors sei ein Einzelfall gewesen. „Sonst wurden uns heuer keine Zwischenfälle gemeldet. Auch aus der Vergangenheit ist mir kein derartiger Fall bekannt“, sagt Altersberger.

 

   Der Landesschulratspräsident lobt indes, wie schnell im BRG Viktring reagiert wurde: „Der Betrugsversuch wurde entdeckt und die Schulleitung hat rasch und professionell gehandelt.“

 


 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 19.06.2015            Seite: 21

 

Lehrer half Schüler beim Schummeln

 

   klagenfurt. Beim Versuch, einem Schüler während der mündlichen Deutschmatura beim Schummeln zu helfen, wurde am Dienstag ein Lehrer an einem Klagenfurter Gymnasium ertappt. Er hatte dem Schüler nicht nur die Aufgabe gegeben, sondern zusätzlich auch ein Blatt mit Lösungsansätzen. Der Prüfungsaufsicht fiel auf, dass der Schüler zwei Zettel, sie aber nur einen hatte. Der Schüler schaffte die Matura mit einer anderen Aufgabe, dem Lehrer droht nun ein Disziplinarverfahren.

 

_____________________________________________________________

 

Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Kurt Schober
Klubsekretär

SPÖ-Parlamentsklub
01/40110-3569

0664 / 44 45 005
kurt.schober@spoe.at

 

SPÖ-Parlamentsklub

www.klub.spoe.at

 

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen